Was sind Pronomen? Erklärung & Beispiele

Was sind Pronomen?

Jeder kennt Wörter wie z.B. er, sie, es oder mein, dein, sein. Dennoch fällt es einigen Schülern und Schülerinnen schwer, die Funktionen von Pronomen zu beschreiben. Was sind denn eigentlich Pronomen? In diesem Beitrag erfahrt ihr, dass Pronomen nicht nur für (lat. prō) ein Nomen bzw. eine Nominalphrase stehen, sondern auch als Begleiter eines Nomens bzw. einer Nominalphrase auftreten können, weshalb eine terminologische Unterscheidung in Artikelwörter einerseits und Pronomen andererseits angebracht ist. 

Was sind Pronomen?

Pronomen werden vor allem im schulischen Kontext häufig als Fürwörter oder Stellvertreter bezeichnet. Diese Bezeichnung soll Schülern/-innen den Zugang zur Funktion der Wortart erleichtern. Dennoch sind diese Bezeichnungen nicht ganz unproblematisch, da Pronomen nicht nur als Stellvertreter in einem Satz vorkommen können, sondern auch als Begleiter eines Nomens bzw. einer Nominalphrase. Pronomen sind also Stellvertreter oder Begleiter von Nomen.
Sie werden gebraucht, um Besitz oder Zugehörigkeit anzuzeigen, auf Personen und Gegenstände zu verweisen oder nähere Informationen zu einem vorangegangen Nomen zu geben. Darüber hinaus dienen Pronomen auch dazu, um ständige Wiederholungen zu meiden.
Je nach ihrer Funktion im Satz kann man zwischen Personalpronomen, Possessivpronomen, Demonstrativpronomen, Indefinitpronomen, Reflexivpronomen, Relativpronomen und Interrogativpronomen unterscheiden.   

Merkmale von Pronomen
– Pronomen sind eine flektierbare Wortart (Pronomen müssen dem Genus, Numerus und Kasus des Bezugsnomens angepasst werden)
– Pronomen sind nicht artikelfähig und nicht komparierbar  
– sie können sowohl Stellvertreter als auch Begleiter sein

Was ist ein Personalpronomen?

Personalpronomen verweisen auf ein Nomen und sind immer Stellvertreter. Oft gebraucht man Personalpronomen, um ein Nomen zu ersetzen und Wiederholungen zu vermeiden. Personalpronomen beziehen sich nicht nur auf Personen, sondern können sich auch auf Gegenstände oder Sachverhalte beziehen. 

ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie, Sie

Beispiele

1) Robert hat ein Auto gekauft. Er hatte es schon seit einiger Zeit auf seiner Wunschliste. 
2) Wir gehen ins Kino? Wollt ihr mitkommen?
3) Das ist Klara. Sie ist Lehrerin von Beruf. 

Was ist ein Possessivpronomen?

Possessivpronomen können Stellvertreter oder Begleiter sein. Sie geben einen Besitz oder eine Zugehörigkeit an. 

mein, dein, sein/ihr/sein, unser, euer, ihr/Ihr

Beispiele

4) Hast du meine Schlüssel gesehen?
5) Wie ist deine Telefonnummer?
6) Das ist unser Hund Bello.

Was ist ein Demonstrativpronomen?

Demonstrativpronomen sind hinweisende Fürwörter. Sie haben die Funktion, auf jemanden oder etwas zu zeigen. Entweder verweist man auf etwas Außersprachliches (z.B. ein Gegenstand in Sichtweite) oder etwas Vorerwähntes (z.B. auf einen erwähnten Gegenstand im Gespräch). 

diese/-r/-s, jene/-r/-s, solche/-r/-s, derjenige/diejenige/dasjenige, derselbe/dieselbe/dasselbe, der/die/das 

Beispiele

7) Haben Sie sich entschieden? – Ja, ich nehme dieses Kleid!
8) Wem gehören eigentlich diese Schuhe?
9) Dieses Auto gehört meinem Nachbarn. Er parkt immer auf dem Gehweg!

Was ist ein Indefinitpronomen?

Indefinitpronomen bezeichnet man auch als unbestimmte Fürwörter, da sie die Funktion haben, auf unbestimmte Personen oder Dinge zu verweisen.
Mithilfe von Indefinitpronomen kann man Aussagen über etwas machen, von dem nicht genau bekannt ist, wer oder was oder wie viele an einer bestimmten Handlung beteiligt waren.
Das Indefinitpronomen man wird auch als Passiversatzform gebraucht. 

alle, einige/-r/-s, etliche, etwas, jede/-r/-s, jemand, man, manche/-r/-s, niemand

Beispiele

10) Arne behauptet, dass jeder Schüler schon einmal abgeschrieben haben soll. 
11) Alle Schüler haben hitzefrei. 
12) Einige Schüler sind während der Dokumentation eingeschlafen. 

Was ist ein Reflexivpronomen?

Reflexivpronomen beziehen sich auf das Subjekt im Satz. Mithilfe des Reflexivpronomens wird rückbezüglich auf das Subjekt des Satzes verwiesen, um zu signalisieren, dass sich die Handlung des Satzes auf den Handelnden selbst bezieht. 

mich, dich, sich, uns, euch, sich 

Beispiele

13) Klaus beschwert sich bei der Kellnerin über die kalte Suppe. 
14) Beate entscheidet sich für das gelbe Kleid. 
15) Wir freuen uns schon auf den Urlaub!

Was ist ein Relativpronomen?

Relativpronomen beziehen sich rückbezüglich auf ein vorangegangenes Nomen. Sie leiten einen Relativsatz ein und geben nähere Informationen zum Bezugsnomen.
Das Relativpronomen richtet Genus und Numerus nach dem Bezugsnomen.
Der Kasus hängt davon ab, welche Funktion das Relativpronomen im untergeordneten Satz hat. 
Reflexivpronomen stehen mit reflexiven Verben

der, die, das, welche/-r/-s, wer/was

Beispiele

16) Das ist das Auto, das ich gestern gekauft habe.
17) Gute Freunde sind Freunde, denen man vertrauen kann. 
18) Das ist das Beste, was mir passieren konnte!

Was ist ein Interrogativpronomen?

Interrogativpronomen werden gebraucht, um Ergänzungsfragen oder indirekte Fragesätze einzuleiten. Man kann mit ihnen nach Personen oder Sachverhalten fragen. 

wer, was, welche/-r/-s, was für ein? 

Beispiele

19) Weißt du, wer das ist?
20) Ich bin mir noch nicht sicher, welches Kleid ich anziehen soll.
21) Was soll ich nach dem Abitur nur machen?

Stellvertreter oder Begleiter?
– Steht das Pronomen für ein Nomen, ist es ein Stellvertreter:
Wem gehört das Auto in meiner Einfahrt? – Das ist meins

– Steht das Pronomen bzw. Artikelwort vor einem Nomen, ist es ein Begleiter
Entschuldigung? Ihr Auto steht in meiner Einfahrt!

Weitere Grammatikthemen finden Sie hier in unserer Online-Grammatik:

Grammatik

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