Praxis DaF | Deutsche Grammatik – Die besten Grammatikbücher im Test

DaF-Grammatik im Test: Gibt es das beste Buch zum Deutschlernen?

Sie stehen in der Buchhandlung und die Auswahl an Grammatikbüchern für Deutsch als Fremdsprache ist riesig. Sie haben die Qual der Wahl. Doch für welche Grammatik entscheiden Sie sich bloß?! Wir haben 14 Übungsgrammatiken für Sie genauer unter die Lupe genommen und die Stärken und Schwächen der einzelnen Werke für Sie zusammengestellt.

14 Übungsgrammatiken im Test: Welche DaF-Grammatik ist am besten für die Grund- und Mittelstufe geeignet?

In unserem großen Vergleichstest finden Sie 14 Übungsgrammatiken, von denen wir einige selbst im DaF-Unterricht verwenden. Der Vergleich soll Ihnen ein Bild über altbewährte und neu erschienene Übungsgrammatiken geben und Stärken und Schwächen dieser aufzeigen. Die Reihenfolge unserer Vorstellung der Übungsgrammatiken ist reiner Willkür entsprungen und soll keine Rangliste darstellen. Unsere Bewertung ist zudem subjektiver Natur und daher kritisch zu betrachten. Wir sprechen allenfalls Empfehlungen für Übungsgrammatiken aus, die unserer Meinung nach eine sinnvolle Anschaffung für Lernende sowie Lehrende im Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache sind.

A-Grammatik, Schubert-Verlag

Die vorliegende Grammatik richtet sich, wie der Titel schon sagt, an Deutschlernende in A1- und A2-Kursen. Die A-Grammatik ist sehr übersichtlich gegliedert und verständlich geschrieben. Zu jedem Grammatikthema gibt es eine Doppelseite, links die Erklärungen und rechts die Übungen. Nach dem klar strukturierten Inhaltsverzeichnis folgt eine Einleitung, in der die deutsche Sprache vom Buchstaben aus begonnen, über das Wort, dann die Wortgruppe bis hin zum einfachen Satz vorgestellt wird. Der Einstieg ist insofern gelungen, als dass Lernende für linguistische Grundphänomene wie dem Phonem, Lexem, der einfachen sowie der komplexen Phrase sensibilisiert werden. Darüber hinaus werden die Wortarten, Wortgruppen und Sätze und deren jeweilige Funktion kurz erläutert. Der Einstieg in die Grammatikthemen erfolgt mit einem Kapitel zu den Verben, was wir als Verfechter der Valenzgrammatik als positiv bewerten. Die einzelnen grammatischen Strukturen werden jeweils auf Doppelseiten dargeboten und verfolgen ein klares Konzept: Neben einer einführenden und eingängigen Illustration zur grammatischen Struktur finden Sie eine Übersicht zu den grammatischen Formen, Hinweise zum Gebrauch und zur Position bzw. Verwendung im Satz. Sämtliche Hinweise zur Grammatik enthalten eine englische Übersetzung, was gerade Nullanfängern sehr entgegen kommt, da sie bereits ohne Deutschkenntnisse in der Lage sein werden, grammatische Strukturen der deutschen Sprache zu verstehen. Die Übungsgrammatik kann lehrwerksübergreifend als kursbegleitendes Material oder im Selbststudium eingesetzt werden.

Was uns gefällt:

  • Aufgaben und Regeln auf Deutsch und Englisch
  • Sprechübungen für Gruppen und Tandemlerner für ein kommunikatives Grammatiklernen, auch im Unterricht möglich
  • praktische Grammatikübersichten im Anhang
  • Inhaltsverzeichnis und Index übersichtlich zur schnellen Orientierung
  • Autorinnen verfügen über langjährige Lehrerfahrung

Was uns nicht gefällt:

Übungsgrammatik für die Grundstufe, Verlag Liebaug-Dartmann

Dieses kleine, etwas unscheinbare Werk vom Verlag Liebaug-Dartmann hat es der Redaktion angetan. Bei dieser Übungsgrammatik für die Grundstufe (A2 – B2) bemerkt man beim ersten Durchblättern, dass die Inhalte aus der Feder einer erfahrenen Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache stammen müssen. Auch hier, wie bereits in der A-Grammatik vom Schubert-Verlag angemerkt, basiert der systematische Aufbau der Übungsgrammatik auf der Valenzgrammatik. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass die Autoren im ersten Kapitel das Verb thematisieren. Die Autoren verfügen über langjährige Lehrerfahrung an ausländischen Hochschulen sowie dem Studienkolleg der Universität Münster, was sich nach dem Öffnen des Buches bereits bemerkbar macht. Sie finden nicht nur Hinweise für eine didaktische sinnvolle Abfolge der Grammatikkapitel, sondern verständliche Regeln und Beispielsätze, die zur Beantwortung vieler Lernerfragen eine Antwort haben. Ich möchte dieses Grammatik in meiner persönlichen Lehrerbibliothek nicht missen!

Was uns gefällt:

  • Fachkompetenz der Autoren
  • Verlag spezialisiert auf Deutsch als Fremdsprache, auch die Übungsgrammatik ist aus der Unterrichtspraxis entstanden
  • günstiger Anschaffungspreis
  • auf das Wesentliche reduziert

Was uns nicht gefällt:

  • Konjunktiv II wird erst in der nächsten Übungsgrammatik (C1-Niveau) thematisiert
  • keine Grammatikübersichten im Anhang (sind in die jeweilige Kapitel integriert)

Deutsche Grammatik in kleinen Schritten, Verlag Liebaug-Dartmann

Das Lehr- und Übungsbuch “Deutsche Grammatik in kleinen Schritten” ist 2017 beim Verlag Liebaug-Dartmann erschienen und von Stephan Lübke, der seit über 30 Jahren Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, verfasst worden. Die Grammatikthemen sind nach dem Doppelseitenprinzip aufgebaut. Links finden zunächst eine Einführung der grammatischen Struktur in Dialogform oder als Illustration. Anschließend folgt manchmal eine Erläuterung zur Verwendung, manchmal findet sich aber auch keine. Das finden wir kontraproduktiv, da Lernende dann noch ein weiteres Werk zu Rate ziehen müssen, um sich über die Funktion oder den Gebrauch einer bestimmten Struktur zu informieren. Auch negativ anzumerken sind die teilweise mit Informationen überladenen Seiten, wie z.B. die Lektion zum unregelmäßigen Partizip oder zu Fragen nach Personen, um nur einige Beispiele zu nennen. Auf der rechten Seite finden Sie entsprechende Übungen zu den jeweiligen Themen. Diese sind meist geschlossen und wenig abwechslungsreich. Das Konzept der Übungsgrammatik weiß zu überzeugen, an der Umsetzung mangelt es jedoch leider noch!

Was uns gefällt:

  • flache Progression für langsamere Lerner
  • jedes Grammatikthema auf einer Doppelseite (links Grammatik, rechts Übungen)
  • Themenwahl an sprachliche Progression angepasst

Was uns nicht gefällt:

  • Grammatische Strukturen oft in Dialogform eingeführt, wobei die relevanten Strukturen farblich hervorgehoben sind (aufgrund der Farbwahl springen diese nicht sofort ins Auge)
  • Manche Lektionen liefern zu viele Informationen, was die Lesbarkeit beeinträchtigt
  • Übungen bieten wenig Abwechslung
  • Inhaltsverzeichnis etwas unübersichtlich

Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik, Hueber-Verlag

Die Gelbe bzw. das Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik von Dreyer und Schmitt ist der Klassiker unter den Übungsgrammatiken. Sie ist 1985 entwickelt und hat sich in den Folgejahren zu einer internationalen Standardgrammatik für Deutsch als Fremdsprache entwickelt. In unserem Test haben wir die aktualisierte Version der Grammatik “Lehr- und Übungsbuch der deutschen Grammatik – aktuell” in der 2. Auflage aus dem Jahr 2012 vorliegen bzw. aus unserer heimischen Bibliothek entnommen. Diese umfasst 396 Seiten und ist neben der einsprachigen Version auch als englisch- und russischsprachige Ausgabe erhältlich. Im Unterschied zu allen anderen hier besprochenen Übungsgrammatiken eignet sich dieses Werk nicht für A1-Kurse, da sich die Inhalte an Lernende der oberen Grundstufe und der Mittelstufe richten. Obwohl die Grammatik eine etwas andere Progression verfolgt als in den anderen Übungsgrammatiken, ist die logische Abfolge der betrachteten Inhalte in sich schlüssig. Zwar weisen die Autoren nicht direkt auf die Sprachniveaus hin, wenn ein Grammatikthema oder Übungsaufgaben präsentiert werden, dennoch begründen sie die gewählte Progression im Vorwort. Die Grammatikthemen werden nach Paragrafen (§) geordnet und nach folgendem Aufbau präsentiert: Vorbemerkung – Regeln – Anmerkungen – Übungen. Die Erklärungen zur Grammatik sind verständlich verfasst und berücksichtigen die Lernerschwierigkeiten. Die Übungen sind gut, bieten allerdings wenig Abwechslung, da sie meist dem geschlossenen Übungstyp angehören und somit eher das Ziel verfolgen, die grammatische Strukturen zu internalisieren. Im Anhang finden Sie neben einem Überblick zu den wichtigsten Kommaregeln, jeweils eine Liste zu den unregelmäßigen Verben und grammatischer Fachbegriffe, ein alphabetisches Stiichwortverzeichnis und ein praktisches Faltblatt, das die Konjugation der Verben einerseits und Adjektiv- und Nominaldeklination andererseits zeigt.

Was uns gefällt:

  • sehr gutes Nachschlagewerk für Lerner ab A2 – C1
  • auch für Lehrende geeignet
  • bereits in der Lehrpraxis als nützlich erwiesen

Was uns nicht gefällt:

  • viele geschlossene Übungstypen
  • didaktisch und inhaltlich etwas veraltet
  • keine Angaben zu den Sprachniveaus

em-Übungsgrammatik, Hueber-Verlag

Bei unserer letzten Übungsgrammatik handelt es sich um keine geringere als die beliebte em-Übungsgrammatik vom Hueber-Verlag. Diese wurde bereits 2002 veröffentlicht, ist aber nach wie vor eine der besten Übungsgrammatiken, die es auf dem Markt gibt. Bereits in dieser Grammatik erkannte man, dass es didaktisch wertvoll ist, die zu vermittelnden Inhalte auf Doppelseiten zu präsentieren. Links finden Sie eine übersichtliche Darstellung der jeweiligen grammatischen Struktur. Durch die Gliederung in die Abschnitte Funktion, Formen, Satzstrukturen und Alternativen wird Transparenz geschaffen, was Lernenden eine schnelle Orientierung ermöglicht. Dass besonders der funktionale Aspekt der grammatischen Strukturen betont wird, wirkt sich positiv auf die Verstehensleistung der Lernenden aus. Sie können die grammatischen Strukturen besser einordnen, wodurch diese wiederum einfach zu verstehen sind. Gelungen sind auch die Angaben von Alternativen, wenn es zum Beispiel darum geht, andere bzw. alternative Ausdrucksmöglichkeiten für ein und denselben Sachverhalt geht. So kann anstatt eines kausalen Nebensatzes wie z.B. Ich lerne heute nicht, weil ich starke Kopfschmerzen habe auch die kausale Präposition wegen oder aufgrund stehen, wie der Satz Ich lerne heute aufgrund starker Kopfschmerzen nicht zeigt.

Was uns gefällt:

  • Übersichtliches Inhaltsverzeichnis mit Beispielen zu jeder Grammatikeinheit
  • Layout und Register ermöglichen schnelle Orientierung
  • Doppelseitenprinzip mit transparenter Darstellung und einfachen Erklärungen
  • Berücksichtigung der Hauptschwierigkeiten der Lernenden
  • Übungen sind nach Schwierigkeitsgrad angeordnet
  • vielseitige Übungstypen
  • authentische Texte
  • Grammatikübersichten im Anhang

Was uns nicht gefällt:

  • Layout könnte etwas moderner sein (wie z.B.  in der Übungsgrammatik Grammatik – ganz klar)

Grammatik sehen, Hueber-Verlag

Die Übungsgrammatik “Grammatik sehen” wählt, wie der Titel bereits vermuten lässt, einen anderen Weg der Grammatikvermittlung. Die Autoren Brinitzer und Damm widmen Bildern bei der Vermittlung der deutschen Grammatik mehr Aufmerksamkeit, indem sie bildliche Erklärungen zu grammatischen Phänomenen suchen. Sie sprechen durch den visuellen Reiz mehrere Sinneskanäle an, was beim Erlernen bestimmter Aspekte stimulierend wirken kann. Von der Aufmachung her richtet sich das Arbeitsbuch jedoch eher an Kinder und Jugendliche, vom Inhalt an Deutschlernende ohne Vorkenntnisse. Die Grammatikthemen eignen sich in Kursen auf den Niveaustufen A1 bis B1. Die Übungen wissen zu gefallen. da sie zu verschiedenen Aktivitäten in wechselnden Sozialformen anregen. Lernende werden zum einen zum reflektierten Umgang mit der erlernten Grammatik aufgefordert, zum anderen mit abwechslungsreichen Lernszenarien konfrontiert.

Was uns gefällt:

  • bildliche Vermittlung grammatischer Strukturen
  • die Regeln werden induktiv vermittelt, d.h. die Lernenden ergänzen die Regeln selbstständig
  • geschlossene und offene Übungstypen
  • animierende und motivierende Aufgabenstellungen

Was uns nicht gefällt:

  • Erklärungen teilweise etwas zu ungenau
  • kein Lösungsschlüssel
  • kein Register

Grammatik – ganz klar! und Schritte, Hueber-Verlag

Bei der Grammatik – ganz klar! handelt es sich um eine erweiterte Version der Schritte Übungsgrammatik. Am Ende eines jeden Kapitels finden Sie jeweils einen Tests, um die gesamte Grammatik des jeweiligen Kapitels zu wiederholen bzw. zu überprüfen. Außerdem wurde sie um zusätzliches Audiomaterial und interaktive Übungen auf CD-ROM ergänzt. Die grammatischen Einheiten werden jeweils auf einer Doppelseite abgehandelt, was aufgrund der transparenten Darstellung zu einer sehr benutzerfreundlichen Grammatik führt. Die Doppelseiten sind wie folgt gegliedert: Auf der linken Seite finden Sie zunächst farbige Illustrationen, die das Thema der jeweiligen Einheit darstellen. Anschließend folgen eine Erklärung der Grammatik, tabellarische Übersichten zu den jeweiligen Strukturen und Regeln, die mithilfe von eingängigen Beispielsätzen verdeutlicht werden. Zudem finden Sie auch Verweise zu grammatischen Einheiten, die zur weiteren Vertiefung oder Wiederholung relevant sind.

Was uns gefällt:

  • Tests am Ende eines jeden Kapitels
  • sehr übersichtlich
  • Eine Grammatikeinheit je Doppelseite
  • Grammatikübersichten im Anhang
  • beigefügte CD-ROM mit zusätzlichen Hördateien und interaktiven Übungen

Was uns nicht gefällt:

  • konsekutive Nebensätze finden in diesem Werk keinen Platz

Grammatik aktiv und Grammatik – kein Problem, Cornelsen-Verlag

In unserem großen Grammatikbuchvergleich haben wir auch zwei Werke vom Cornelsen-Verlag ins Rennen geschickt. Um es gleich vorwegzunehmen, die Übungsgrammatiken “Deutsch als Fremdsprache Grammatik – kein Problem” der Lextra-Reihe und “Grammatik aktiv” wurden von denselben Autorinnen verfasst und unterscheiden sich lediglich in der Zielgruppe. Wohingegen erstere Grammatik die Sprachniveaus A1 und A2 abdeckt, umfasst letztere die Sprachniveaustufen A1 – B1. Die Inhalte sind bei beiden identisch, die Übungsgrammatik “Grammatik aktiv” verfügt noch über die B1-Grammatik, kostet aber nur geringfügig mehr. Schon bei den Lehrwerken Studio d und dem neuen Lehrwerk Studio 21 sind uns inhaltliche Gemeinsamkeiten aufgefallen. Den Kunden zuliebe fänden wir einen Hinweis darauf im Vorwort angebracht, andernfalls könnte sich manch einer schnell auf den Arm genommen fühlen. Dennoch möchten wir Ihnen unsere Meinung zur Übungsgrammatik “Grammatik aktiv” nicht vorenthalten. Eine Anschaffung der Grammatik lohnt sich, da sie klar strukturiert, verständlich geschrieben und kommunikativ ausgerichtet ist. Die Autorinnen Friederike Jin und Ute Voß leisten eine sehr gute Arbeit, die grammatischen Themen werden stets in verständlicher Sprache erklärt. Gelungene Illustrationen führen in die Thematik ein, verständliche und einfache Erklärungen mit farblichen Hervorhebungen runden ein durchweg übersichtliches Bild ab. Die Übungen enthalten Angaben zu den Sprachniveaustufen und sind abwechslungsreich. Partnerseiten laden zu kooperativen Sprechübungen ein und lassen sich wunderbar im Unterricht einsetzen. Zur Grammatik gehört auch eine Audio-CD, auf der sie Nachsprechübungen zur weiteren Festigung der Grammatik finden. Im Anhang finden Sie nützliche Grammatikübersichten und einen Lösungsschlüssel. Alles in allem handelt es sich um eine sehr empfehlenswerte Übungsgrammatik!

Was uns gefällt:

  • tolle Illustrationen zur Erklärung grammatischer Inhalte
  • Partnerseiten für kommunikative und kooperative Grammatikübungen
  • Grammatikübersichten im Anhang
  • Audio-CD für zusätzliches Sprechtraining
  • Angabe des Sprachniveaus im Inhaltsverzeichnis und bei Bedarf neben Übungen in den jeweiligen Kapiteln

Was uns nicht gefällt:

  • Vertrieb von identischen Inhalten unter verschiedenen Titeln

Klipp und Klar, Klett-Verlag

Bei der im Klett-Verlag erschienenen Übungsgrammatik “Klipp und Klar” von Prof. Dr. Christian Fandrych und Dr. Ulrike Tallowitz handelt es sich um eine Grammatik für die Grundstufe und liefert demnach Informationen zu grammatischen Themen für die Sprachniveaustufen A1 bis B1. In diesem Werk finden Sie 99 Doppelseiten, die jeweils auf der linken Seite durch Illustrationen unterstützte Erklärungen, Strukturen und Regeln zur Grammatik liefern und auf der rechten Seite Übungen zur Vertiefung und Selbstkontrolle anbieten. Uns hat gefallen, dass das Buch seinem Titel gerecht wird und nicht nur klar strukturiert, sondern auch noch verständlich geschrieben ist.

Was uns gefällt:

  • tolle Illustrationen
  • verschiedene Übungstypen, d.h. nicht nur geschlossene
  • Grammatische Themen sind im Inhaltsverzeichnis mit einer Angabe des Sprachniveaus (A1, A2 oder B1) versehen
  • Doppelseitenprinzip
  • Übersichten und Verblisten im Anhang

Was uns nicht gefällt:

  • keine Partnerseiten

Lern- und Übungsgrammatik, Duden-Verlag

Die Lern- und Übungsgrammatik vom Duden-Verlag ist 2017 erschienen und richtet sich an Lernende der Sprachniveaustufen A1 – B1. Der Aufbau ist klar strukturiert: Jede Doppelseite führt ein Grammatikthema ein, beginnend mit einer Illustration, gefolgt von einer kurzen, teilweise etwas zu knappen Erläuterung zur Grammatik, übersichtlichen Tabellen zu den jeweiligen Formen und Strukturen sowie Hinweise zum Gebrauch, zu Ausnahmen oder Lerntipps.

Was uns gefällt:

  • Übersichtliches Inhaltsverzeichnis zur schnellen Orientierung
  • Doppelseitenprinzip mit den wichtigsten Informationen zur Grammatik
  • Angabe des Sprachniveaus
  • Abschließende Übungen zur Wiederholung eines Kapitels
  • Kapitel zur Rechtschreibung und Zeichensetzung
  • Einheit zu den Bruchzahlen und Rechenzahlen (wichtig für Grafikbeschreibungen)

Was uns nicht gefällt:

  • teilweise etwas dürftige Erklärungen
  • viele geschlossene Aufgaben

Praxis- Grammatik, Pons Verlag

Eine sehr umfangreiche Übungsgrammatik bekommen Sie mit der Praxis-Grammatik vom Pons-Verlag (gehört zur Klett-Gruppe). Diese richtet sich an Anfänge sowie fortgeschrittene Lerner und umfasst demzufolge Themen für die Sprachniveaus A1 – C1. Zu Beginn jeder Grammatikeinheit sehen Sie ein Bild, anhand dessen das grammatische Phänomen eingeführt wird. Daran schließt sich eine Erläuterung zur Verwendung, gefolgt von den wichtigsten Regeln und tabellarischen Darstellungen zu Formen und Strukturen, die gelernt werden müssen. In den Randspalten finden Sie kleine Symbole wie Ausrufezeichen, Paragrafen oder Lämpchen, die auf nützliche Grammatikeinheiten, Lerntipps oder wichtige Gebrauchsregeln verweisen. Die Informationsdichte ist etwas zu hoch, sodass die einzelnen Seiten sehr überladen wirken. Daher eignet sich die Grammatik eher als Nachschlagewerk und weniger als Übungsgrammatik.

Was uns gefällt:

  • verständliche Erklärungen
  • umfangreich
  • Einheit zu den Bruchzahlen
  • Einheit zu Maßen und Gewichten
  • Grammatikübersichten im Anhang

Was uns nicht gefällt:

  • Layout (Bilder oftmals wenig ansprechend, viel zu viel Text)
  • Grammatikeinheiten werden nicht nach dem Doppelseitenprinzip präsentiert, wodurch mühsames Vor- und Zurückblättern provoziert wird
  • unübersichtliches Inhaltsverzeichnis
  • keine Angaben zu den Sprachniveaustufen

Deutsche Grammatik – einfach, kompakt und übersichtlich, Engelsdorfer Verlag

Unsere kleinste Grammatik im Test ist das Werk “Deutsche Grammatik – einfach, kompakt und übersichtlich” vom Engelsdorfer Verlag. Dieses richtet sich laut Klappentext an Schüler bis zur 10. Klasse sowie an Lernende von Deutsch als Fremdsprache. Ein Blick ins Buch zeigt, dass sich dieses Werk lediglich zum schnellen Nachschlagen eignet. Für Lernende des Deutschen als Fremdsprache eignet sich dieses Buch nur bedingt, da es keine Übungen enthält. Diese können jedoch auf der Internetseite www.deutsche-grammatik.info als PDF-Datei heruntergeladen werden. Zu jedem Grammatikthema finden Sie dort jeweils eine Seite mit Übungen. Außerdem beinhaltet die Datei auch einen Lösungsschlüssel. Allerdings fehlen uns einige für DaF-Kurse relevante Einheiten zu Grammatikthemen wie z.B. Grad- oder Modalpartikeln, Positionen im Satz, Partizipien als Adjektive, der subjektive Gebrauch von Modalverben, Passiversatzformen usw. Aus diesem Grund ist diese Grammatik für unsere Zwecke unzureichend.

Was uns gefällt:

  • klein, kompakt, übersichtlich und verständlich geschrieben
  • gut zum schnellen Nachschlagen
  • Online-Übungen zu den behandelten Grammatikthemen als PDF-Datei erhältlich

Was uns nicht gefällt:

  • nicht für unsere Zwecke, d.h. für den Einsatz als Übungsgrammatik in DaF-Kursen geeignet
  • keine Angabe der Sprachniveaustufen
  • teilweise sind Online-Übungen nur durch kostenpflichtige Abos einsehbar

Fazit

Zur eingangs gestellten Frage, ob es eine Übungsgrammatik gibt, die sich von allen anderen absetzt, kann keine klare Antwort gegeben werden. Dazu haben sich die Grammatiken zu sehr angeglichen, was den Aufbau und die grammatischen Inhalte zu den jeweiligen Sprachniveaus angeht. Dies war angesichts der Empfehlungen des europäischen Referenzrahmens und der vielzähligen Lehrwerke, die an die Bedürfnisse der Lernenden angepasst sind, auch nicht anders zu erwarten. Dennoch gibt es definitiv von uns präferierte Übungsgrammatiken. Obwohl es in unserem Test sehr viele neu erschienene Übungsgrammatiken gibt, von denen zu erwarten wäre, dass sie aufgrund von Erfahrungswerten, Vergleichen mit anderen Übungsgrammatiken oder Kenntnisse über aktuelle Forschungsergebnisse zur Sprachdidaktik zu den Favoriten gehören würden, besticht in unserem Test die bereits 2002 veröffentliche em-Übungsgrammatik des Hueber-Verlags. Man sieht hier, dass durchweg ein klares Konzept verfolgt wird, das grammatische Strukturen immer unter Berücksichtigung von Lernerschwierigkeiten und den Lernerbedürfnissen zu vermitteln versucht. Auch die Übungsgrammatik für die Grundstufe vom Verlag Liebaug-Dartmann hat uns überzeugt, da sie in der DaF-Praxis entstanden ist, auf dem Modell der Valenzgrammatik basiert und die grammatischen Strukturen stets verständlich vermittelt werden.  Von den neueren Übungsgrammatiken auf dem Markt empfiehlt sich auch ein Blick in die Übungsgrammatik Grammatik aktiv vom Cornelsen-Verlag. Diese enthält neben farbigen und ansprechenden Illustrationen zur Einführung der grammatischen Strukturen auch kreative Sprechübungen, die zur Vermittlung bestimmter grammatischer Strukturen im Unterricht eingesetzt werden können. Außerdem liegt der Grammatik auch eine Audio-CD bei, mit denen die Grammatik zusätzlich mit Nachsprechübungen vertieft werden kann.

Relativsätze: Form, Funktion, Hinweise und Beispielsätze

Relativsätze
Beispiel: Relativsatz mit Relativpronomen im Dativ Plural.

Was sind Relativsätze?

Relativsätze sind Nebensätze, die ein Bezugswort (meistens ein Nomen) im Hauptsatz näher bestimmen. Relativsätze beginnen meistens mit einem Relativpronomen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, sie mithilfe von relativen Pronominaladverbien oder Präpositionen einzuleiten.

Syntaktisch gesehen sind Relativsätze keine Satzglieder, sondern Teile eines Satzgliedes bzw. Attribute. Sie modifizieren ein Bezugswort im übergeordneten Satz.

Ein kurzer linguistischer Ausflug: In dem Satz Der Lehrer, der sehr nett ist, kommt aus Heidelberg bezieht sich der Relativsatz [der sehr nett ist] auf das Nomen Lehrer im übergeordneten Hauptsatz und bestimmt diesen näher. Mit syntaktischen Tests wie z.B. der Umstellprobe können zusammengehörige Elemente eines Satzes identifiziert werden. Dabei lässt sich beispielsweise feststellen, dass die Umstellung des Relativsatzes ans Satzende keinen Sinn ergibt: *Der Lehrer kommt aus Heidelberg, der sehr nett ist  Im Gegensatz dazu ist eine Abfolge wie z.B. Kommt der Lehrer, der sehr nett ist, aus Heidelberg? akzeptabel. Anhand dieses Tests kann man erkennen, dass [der Lehrer], [der sehr nett ist], [kommt] und [aus Heidelberg] zusammengehörige Elemente zu sein scheinen. Man spricht hier auch von sog. syntaktischen Kategorien. Diese wiederum haben eine bestimmte Funktion im Satz, die je nach Position und semantische Rolle erschlossen werden können. Man spricht von syntaktischen Funktionen (in Schulgrammatiken als Satzglieder bezeichnet). In unserem Beispielsatz bildet die Konstituenten [Der Lehrer, der sehr nett ist] das Subjekt, [kommt] das Prädikat und [aus Heidelberg] ein Lokaladverbial.

Formen

Relativpronomen

Hinweise

Bei der Wahl des Relativpronomens sind einige Aspekte zu beachten. Zum einen sind Genus und Numerus identisch mit dem Genus und Numerus des Bezugswortes. Zum anderen ist der Kasus nach der Stellung und syntaktischen Funktion im Satz zu bestimmen.

Stellung im Satz

Die syntaktische Distribution des Relativpronomens spielt eine Rolle bei der Zuordnung des richtigen Kasus. Steht das Relativpronomen nach einer Präposition, so bestimmt die Präposition den Kasus.

  1. Das ist die Frau, in die ich mich unsterblich verliebt habe. (verlieben in + Akkusativ)
  2. Das ist die Frau, mit der ich Pferde stehlen könnte. (mit + Dativ)
  3. Das ist die Frau, ohne die ich nicht leben kann. (ohne + Akkusativ)

Syntaktische Funktionen

Der Kasus des Relativpronomens richtet sich u. a. nach der syntaktischen Funktion im Satz.

  1. Das ist die Frau, die so gut singen kann. (Subjekt)
  2. Das ist die Frau, die ich gerne zu einem Abendessen einladen würde. (Akkusativobjekt / direktes Objekt)
  3. Das ist die Frau, der ich einen Rosenstrauß geschenkt habe. (Dativ Objekt / Indirektes Objekt)

Beispielsätze

  1. Wo finde ich das T-Shirt, das Sie im Schaufenster ausstellen?
  2. Max und Moritz sind zwei Jungen, die gerne Streiche spielen.
  3. Viele Menschen träumen von einem Job, der sie erfüllt.
  4. Das Kind beschreibt einen Gegenstand, den es im letzten Urlaub gefunden hat.
  5. Es gibt Menschen, denen ich kein einziges Wort glaube.
  6. Ist das die Frau, dessen Firma die Modebranche dominiert?!
  7. Wo sind die zwei Schüler, deren Fahrräder am Eingang stehen?
  8. Das ist der Techniker, mit dessen Hilfe ich den Beamer einschalten konnte.
  9. Es gibt einige Momente im Leben, von denen ich nicht genug kriegen kann.
  10. Ist es wirklich die Lautstärke, über die du dich aufregst?

Übung

Temporalsätze: Definition, Hinweise und Beispielsätze

Definition – Temporale Nebensätze

Temporale Nebensätze werden mit den Subjunktionen “als”, “bevor”, “bis”, “nachdem”, “sobald”, “solange”, “während” oder “wenn”  eingeleitet. Sie dienen der zeitlichen Anordnung eines Ereignisses oder mehrerer Ereignisse.

Temporaler Nebensatz mit als

Temporale Nebensätze mit “als” beschreiben einmalige Ereignisse in der Vergangenheit (siehe dazu auch die Subjunktion “wenn”, mit der mehrmalige Ereignisse in der Vergangenheit ausgedrückt werden).

  1. Als ich Kind war, träumte ich davon, fliegen zu können wie Peter Pan.
  2. Ich habe mich sofort in sie verliebt, als ich sie zum ersten Mal sah.

Temporaler Nebensatz mit bevor

Temporale Nebensätze mit “bevor” beschreiben Handlungen, die nach der Handlung des Hauptsatzes liegen. Mit diesen Nebensätzen wird Nachzeitigkeit ausgedrückt. Die Nachzeitigkeit wird durch unterschiedliche Tempusformen im Haupt- und Nebensatz markiert.

  1.  Bevor ich jogge, frühstücke ich nichts.
  2. Ich ging am See spazieren, bevor es heftig zu regnen begann.

Temporaler Nebensatz mit bis

Temporale Nebensätze mit “bis” beschreiben Handlungen, die nach der Handlung des Hauptsatzes liegen. Mit diesen Nebensätzen wird Nachzeitigkeit ausgedrückt. Die Nachzeitigkeit wird durch unterschiedliche Tempusformen im Haupt- und Nebensatz markiert.

  1.  Ich brauche mindestens noch drei Semester, bis ich mein Studium beende.
  2. Es waren viele Jahre vergangen, bis wir uns endlich wieder begegneten.

Temporaler Nebensatz mit nachdem

Temporalsätze mit “nachdem” beschreiben Handlungen, die vor der Handlung des Hauptsatzes liegen. Mit diesen Nebensätzen wird Vorzeitigkeit ausgedrückt. Die Vorzeitigkeit wird durch unterschiedliche Tempusformen im Haupt- und Nebensatz markiert.

  1. Nachdem er seine Hände gewaschen hatte, fing er an zu kochen.
  2. Nachdem ich mich bei ihr entschuldige habe, sprechen wir wieder miteinander.

Temporaler Nebensatz mit sobald

Temporale Nebensätze mit “sobald” drücken eine Handlung oder ein Ereignis aus, die/das vor der Handlung oder dem Ereignis des Hauptsatzes liegen. Das Ereignis des Nebensatzes liegt zeitlich vor dem Ereignis des Hauptsatzes.

  1. Sobald ich mit der Arbeit fertig bin, fahre ich nach Hause. (Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen)
  2. Ich bekomme Depressionen, sobald der Winter beginnt. (Erst fängt der Winter an, dann fangen meine Depressionen an)

Temporaler Nebensatz mit solange

Temporale Nebensätze mit “solange” drücken ein Ereignis aus, das gleichzeitig zu dem Ereignis des Hauptsatzes erfolgt. Eine Besonderheit dieser Nebensätze ist, dass sie das Ende beider Handlungen hervorheben.

  1. Solange ich regelmäßig trainiere, halte ich mein Gewicht. (Wenn ich nicht mehr regelmäßig trainiere, werde ich wohl auch mein Gewicht nicht mehr halten können)
  2. Bitte verhalten Sie sich leise, solange Sie sich in der Bibliothek aufhalten. (Wenn Sie die Bibliothek verlassen, müssen Sie sich auch nicht mehr leise verhalten)

Temporaler Nebensatz mit während

Um zwei gleichzeitig ablaufende Handlungen auszudrücken, benutzt man Temporalsätze mit “während”.

  1. Während ich eine Zeitung lese, trinke ich einen Tee.
  2. Während er zur Arbeit ging, blieb sie mit dem Kind zu Hause.

Temporaler Nebensatz mit wenn

Temporale Nebensätze mit “wenn” beschreiben einmalige Ereignisse in der Gegenwart oder in der Zukunft.

  1. Wenn ich heute mein Buch präsentiere, denke ich an dich.
  2. Wenn ich Klara am Freitagabend treffe, werde ich vor Aufregung wahrscheinlich kein Wort herausbringen.

Darüber hinaus werden Temporalsätze mit “wenn” genutzt, um mehrmalige Ereignisse in der Vergangenheit zu beschreiben.

  1. Es gab immer Apfelkuchen mit Sahne, wenn ich meine Großmutter besuchte.
  2. Wenn ich zur Arbeit fahre, höre ich die Nachrichten im Radio.

Hinweise

Einige temporale Nebensätze können durch Präpositionalangaben ersetzt werden.

Temporale Nebensätze mit während -> während + Genitiv

Temporaler Nebensatz: Während ich mit dem Zug nach Frankfurt fahre, lese ich ein Buch.

Temporale Präpositionalangabe: Während der Zugfahrt nach Frankfurt lese ich ein Buch.

Temporale Nebensätze mit wenn oder als -> bei + Dativ

Temporaler NebensatzWenn ich heute mein Buch präsentiere, denke ich an dich.

Temporale Präpositionalangabe: Bei meiner heutigen Präsentation denke ich an dich.

Temporale Nebensätze mit bevor -> vor + Dativ

Temporaler Nebensatz: Bevor ich jogge, frühstücke ich nichts.

Temporale Präpositionalangabe: Vor dem Joggen frühstücke ich nichts.

Temporale Nebensätze mit nachdem -> nach + Dativ

Temporaler Nebensatz: Nachdem er seine Hände gewaschen hatte, fing er an zu kochen.

Temporale Präpositionalangabe: Nach dem Händewaschen fing er an zu kochen. 

Beispielsätze – Temporale Nebensätze

  1. Während er einen Kaffee trinkt, liest er die Tageszeitung. (gleichzeitig)
  2. Nachdem er gefrühstückt hatte, fuhr er zur Arbeit. (Vorzeitigkeit)
  3. Bevor er zur Arbeit fuhr, frühstückte er. (Nachzeitigkeit)
  4. Als ich fünf Jahre alt war, verbrachte ich einen Sommer in Spanien. (einmaliges Ereignis)
  5. Wenn ich meine Oma besuchte, fühlte ich mich sehr wohl. (mehrmaliges Ereignis)
  6. Ich freue mich, wenn die Sonne scheint. (Angabe eines Zeitpunktes)
  7. Bitte ruf mich an, sobald du zu Hause ankommst. (Vorzeitigkeit)
  8. Solange du nicht aufgegessen hast, bleibst du am Tisch sitzen. (gleichzeitig, Nebensatz markiert Ende der Handlung des Hauptsatzes)
  9. Es waren viele Jahre vergangen, bis wir uns endlich wieder begegneten. (Nachzeitigkeit)

Deutsch lernen mit Bildern: Wortschatzvermittlung im Fremdsprachenunterricht

Im Unterricht stellen sich Lehrkräfte oftmals die Frage, wie sie ihren Schülern/Schülerinnen situationsadäquaten Wortschatz vermitteln sollen. Wir stellen eine Methode vor, mit der Sie den Wortschatz auf einfache Weise vermitteln können.

Wortschatzvermittlung im Anfängerunterricht

Für den Anfängerunterricht bietet sich etwa Wortschatz an, der zur Bewältigung einfacher Gespräche im Alltag relevant ist. Aus diesem Grund bietet es sich an, Wortschatz nach den Bedürfnissen der Lerner und in Themenblöcken zu vermitteln. Oft beginnen Lehrkräfte ihren Unterricht mit Vorstellungsrunden und befähigen ihre Lerner dazu, ihren Namen, ihr Herkunftsland und ihren Wohnort zu benennen. Das Lernziel ist klar und für die ersten Unterrichtseinheiten ausreichend: Die Lernenden können sich nach den Unterrichtseinheiten vorstellen und Informationen zu ihrer Person geben.

Methode zur Wortschatzvermittlung: Bildkarten

Für den Anfängerunterricht, in dem die Wortschatzarbeit eine große Rolle einnimmt, bieten sich Bildkärtchen* an.

Wortschatzvermittlung DaF
Praxistipp: Bildkartensets im Anfängerunterricht vom Verlag an der Ruhr

Die Bildkartensets vom Verlag an der Ruhr eignen sich gut für den Anfängerunterricht und richten sich an Deutschlerner/-innen ohne Vorkenntnisse. Zu dieser Zielgruppe gehören primär Teilnehmende in Erstorientierungs- oder Integrationskursen sowie Förderklassen. Die Bilder sind sehr präzise und eindeutig gestaltet, wodurch eine schnelle Identifizierung der gesuchten Wortes gefördert wird. Bis dato umfasst die Reihe Deutsch lernen mit Bildern 11 Bildkartensets zu folgenden Themenbereichen:

  • Adjektive
  • Im Kindergarten
  • In der Schule
  • In der Stadt
  • Kleidung und Körper
  • Lebensmittel
  • Mathematik
  • Medizin und Gesundheit
  • Natur und Umwelt
  • Verben
  • zu Hause

Jedes Bildkartenset verfügt über 60 Bild- oder Fotokarten. Zu jedem Bild bzw. Foto findet man auf der Rückseite der Karte das entsprechende deutsche Wort mit einer englischen, französischen und arabischen Übersetzung. Das Bildkartenset zu den Verben umfasst sogar 120 Bildkarten. Darüber hinaus gibt es zu jedem Set auch kurze Tipps zur Unterrichtsgestaltung mit diesen Kärtchen. Diese sind vor allem für ehrenamtliche Lehrer/-innen gedacht, die noch über keine Unterrichtserfahrung verfügen.

Fazit

Wir haben bisher eine gute Erfahrung mit dem Einsatz dieser Kärtchen im Unterricht gemacht. In einem äußerst heterogenen Erstorientierungskurs mit vielen arabisch-, englisch- und französischsprachigen Teilnehmenden haben wir die Kärtchen unterschiedlich eingesetzt: Zum einen kamen die Bildkärtchen als Verständnishilfe zu Einsatz. Fehlt einem Teilnehmer ein entsprechendes Wort, hilft der visuelle Reiz des Bildmaterials zusammen mit dem gesprochenen und/oder geschriebenen Wort dabei, das Wort zu verarbeiten. Zum anderen zur Einführung, Wiederholung oder Vertiefung der bestimmten und unbestimmten Artikel, der Pronomen, der Pluralformen sowie des Satzbaus. Generell eignen sich die Karten auch prima zur Vorentlastung, wenn ein bestimmtes Thema wie z.B. In der Stadt oder Lebensmittel in der Unterrichtseinheit thematisiert wird.

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T-Shirts für Deutschlehrer/-innen und Deutschlerner/-innen

Sprakukos T-Shirt-Kollektion

Ab sofort sind unsere ersten T-Shirts verfügbar. Unsere neue T-Shirt-Kollektion richtet sich nicht nur an Deutschlehrende und -lernende. Dies hat mehrere Gründe:

  • Die von uns ausgewählten deutschen Wörter haben meist mehr als nur eine Bedeutung. Manche sind mehrdeutig, zugleich witzig und bedürfen manchmal der Interpretation des Rezipienten. Diese Shirts gehören zur Kategorie “Humor” und sind vor allem als witzige Geschenkidee gedacht.
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Modale Nebensätze: Definition, Hinweise und Beispielsätze

Definition

Modale Nebensätze werden mit der Subjunktion indem eingeleitet. Sie geben die Art und Weise oder das Mittel an, die/das zu einer bestimmten Entwicklung, Handlung oder Situation führt. 

Subjunktionen: indem

Frage: Wie? Auf welche Art und Weise? 

Wie kann man erfolgreich sein? – Indem man hart arbeitet.

Hinweise

Modale Nebensätze mit indem kann man durch modale Präpositionalangaben (durch + Nominalisierung) ersetzen:

Konsekutiver Nebensatz: Man kann erfolgreich sein, indem man hart arbeitet.

Modale Präpositionalangabe: Durch hartes Arbeiten kann man erfolgreich sein.

Beispielsätze

  1. Sie können das Gerät abschalten, indem Sie den Ausschaltknopf 5 Sekunden gerückt halten.
  2. Das Unternehmen macht Werbung für ein Produkt, indem es Pröbchen an Kunden verteilt.
  3. Sie können sich politisch beteiligen, indem sie wählen gehen.
  4. Sie können etwas Gutes für die Umwelt tun, indem Sie ihr Auto stehen lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Weitere Informationen zu adverbialen Nebensätzen finden Sie in unserer Grammatik: Sprakukos DaF-/DaZ-Grammatik

Konsekutive Nebensätze mit “sodass” oder “so … dass”

Definition

Konsekutive Nebensätze werden mit der Subjunktion “sodass” eingeleitet. Sie geben eine Folge zur Äußerung im Hauptsatz an.

Hinweise

Konsekutive Nebensätze mit sodass kann man durch bestimmte Adverbien wie z.B. deshalb, darum, daher, deswegen oder folglich ersetzen:

Konsekutiver Nebensatz: Im Zimmer ist es sehr hell, sodass ich nicht schlafen kann.

Adverb: Im Zimmer ist es sehr hell. Deshalb / Daher / Darum / Deswegen / Folglich kann ich nicht schlafen.

Beispielsätze

  1. Das Wetter ist so schlecht, dass ich keine Fuß vor die Tür setzen möchte.
  2. Die Baustelle vor der Firma ist sehr laut, sodass wir uns nicht auf unsere Arbeit konzentrieren können.
  3. Der Marathonläufer sank vor dem Ziel auf die Knie, sodass er ins Ziel getragen werden musste.

Weitere adverbiale Nebensätze finden Sie in unserer Grammatik: Sprakukos DaF-/DaZ-Grammatik

Konzessive Nebensätze mit “obwohl”, “obgleich” und “obschon”

Definition

Konzessive Nebensätze werden mit den Subjunktionen “obwohl”, “obgleich” und “obschon” eingeleitet. Sie geben einen Gegengrund zur Äußerung im Hauptsatz an.

Hinweise

Konzessive Nebensätze mit obwohl, obgleich oder obschon kann man durch konzessive Präpositionalangaben ersetzen:

Konzessiver Nebensatz: Obwohl er stark erkältet ist, muss der Lehrer unterrichten.

Konzessive Präpositionalangabe: Trotz starker Erkältung muss der Lehrer unterrichten.

Beispielsätze

  1. Obwohl Michael sehr viel für seine Prüfung gelernt hat, hat er sich nicht bestanden.
  2. Sie fährt schon mit dem Auto, obwohl sie noch keinen Führerschein hat.
  3. Sein Vortrag war sehr gut, obgleich er nicht vorbereitet war.
  4. Obschon er sich all seine Wünsche erfüllte, war er unglücklich.

Weitere adverbiale Nebensätze finden Sie in unserer Grammatik: Sprakukos DaF-/DaZ-Grammatik

Konditionale Nebensätze: Definition, Hinweise und Beispielsätze

Konditionale Nebensätze

Konditionale Nebensätze nennen eine Bedingung. Die Bedingung muss erfüllt sein, damit die Äußerung des Hauptsatzes realisierbar ist.

Subjunktionen: wenn, falls

Frage: WANN oder UNTER WELCHER BEDINGUNG? 

Wann gehst du ins Schwimmbad? – Wenn die Sonne scheint.

  1. Ich muss die Prüfung wiederholen, wenn ich die Prüfung nicht bestehe.
  2. Wenn die Musik wieder so laut ist, beschwere ich mich bei den Nachbarn.
  3. Du kannst gerne zur Party kommen, falls du Zeit hast.

als oder wie? Definition und Abgrenzung: “als” und “wie” richtig verwenden

Unterschied zwischen "als" und "wie"

Die Wörter als und wie bereiten Lernen der deutschen Sprache manchmal Schwierigkeiten. Zwar ist Muttersprachlern meist bekannt, dass man “wie” und “als” für Vergleiche verwenden kann. Dennoch haben auch sie in der Umgangssprache so manchmal ihre Schwierigkeiten, wie die Kombination aus “als wie” zeigt. Aus diesem Grund zeigen wir in diesem Beitrag, wie man als und wie richtig verwendet.

als und wie – Vergleiche formulieren

Beschreibung von als

Das Wort “als” gebraucht man, um Vergleiche auszudrücken. Wichtig ist hierbei, dass “als” für Vergleiche herangezogen wird, die Ungleichheit ausdrücken sollen. 

Beispiele – Ungleichheit mit “als” 

  1. Der Berliner Fernsehturm ist höher als der Eiffelturm.
  2. In diesem Monat habe ich mehr Geld ausgegeben als im letzten.
  3. Schneewittchen ist schöner als die böse Königin. 

A ≠ B
Adjektiv im Komparativ + als

Beschreibung von wie

Das Wort “wie” wird in unserem Sprachgebrauch auch für Vergleiche verwendet. Vergleiche mit “wie” drücken häufig Gleichheit oder Ähnlichkeit aus. Darüber hinaus kann mit “wie” auch Ungleichheit ausgedrückt werden. 

Beispiele – Gleichheit / Ähnlichkeit ausdrücken mit “wie” 

  1. Paul ist genauso alt wie Maximilian.
  2. Früher glaubten die Menschen, die Erde sei so flach wie eine Scheibe.
  3. Mein Ehemann verhält sich in manchen Situationen wie ein Kind. (Ähnlichkeit, sein Verhalten ähnelt dem eines Kindes) 
  4. Sie singt wie eine professionelle Sängerin. (Ähnlichkeit)

A = B
genauso / ebenso / so … + Adjektiv im Positiv + wie

Beispiele – Ungleichheit ausdrücken mit “wie” 

  1. Der Eiffelturm ist nicht so hoch wie der Berliner Fernsehturm.
  2. Eine Maus ist nicht so groß wie ein Elefant.
  3. Mein neuer Computer ist fast dreimal so schnell wie mein alter.
  4. Pandabären seien mittlerweile fast so selten wie Einhörner.

A ≠ B
beinahe so / fast so …  + Adjektiv im Positiv + wie
nicht so … / kein- so + Adjektiv im Positiv + wie

als und wie – Formulierung von Vergleichssätzen

Die Subjunktionen “als” und “wie” verwendet man auch in Vergleichssätzen. 

  1. Das Produkt gefällt uns besser, als wir es erwartet hatten. (Ungleichheit)
  2. Das ist anders, als ich es gestern gesagt hatte. (Ungleichheit)
  3. Die Situation hat sich anders entwickelt, als wir es prognostiziert hatten. (Ungleichheit)
  4. Manchmal kommt es andersals man denkt. (Ungleichheit)
  5. Das Unternehmen hat sich für eine andere Strategie entschieden, als sie es angekündigt hatten. (Ungleichheit)
  6. Das ist genausowie ich es gestern gesagt hatte. (Gleichheit)
  7. Marlene sieht genauso aus, wie du sie beschrieben hast. (Gleichheit)
  8. Das ist nicht sowie ich es gestern gesagt hatte. (Ungleichheit)

Modaler Gebrauch von als und wie
“als”
Komparativ, Adverb anders Pronomen andere/-r/-s im Hauptsatz (Gleichheit)

“wie”
genauso/ebenso/so… (+Adjektiv im Positiv) im Hauptsatz (Gleichheit)
nicht …. so… (+ Adjektiv im Positiv) im Hauptsatz (Ungleichheit)

Die Kombination “als wie” – richtig oder falsch?

Eine Kombination von “als wie” in Vergleichen, die Ungleichheit ausdrücken sollen, ist in den meisten Fällen nicht zulässig. Folgende Beispiele sollten Sie daher bitte meiden:

  1. Ich denke, bist viel hübscher als wie ich.
  2. Mein Auto ist schneller als wie dein(e)s.
  3. Warum ist mein Pullover kürzer als wie deiner?

Anders verhält sich die Kombination “als wie” aber, wenn zwei Sachverhalte miteinander verglichen werden, die für sich alleine stehend Gleichheit ausdrücken sollen, im Vergleich jedoch nicht miteinander vergleichbar sind. Diese Konstruktion ist in der Umgangssprache häufig vorzufinden, wie folgende Beispiele illustrieren sollen:

  1. Sie sieht eher aus wie eine Politikerin, als wie eine weltbekannte Schauspielerin. 
  2. Das sieht eher aus wie eine Mandarine, als wie eine Orange. 
  3. Ihr seht eher aus wie begeisterte Studenten, als wie gelangweilte. 

als (ob) und als wenn?

In hypothetischen Vergleichssätzen gebraucht man die Subjunktionen als, als ob und als wenn.

Beispiele – Hypothetische Vergleichssätze mit “als”, “als ob” und “als wenn”

Mit den Subjunktionen “als”, “als ob” und “als wenn” können hypothetische Vergleiche formuliert werden. Das Verb steht dabei im Konjunktiv II.

  1. Du tust gerade so, als würdest du mich nicht kennen.
  2. Du tust gerade so, als ob du mich nicht kennen würdest.
  3. Du tust gerade so, als wenn du mich nicht kennen würdest.

In hypothetischen Vergleichssätzen mit
als -> steht das finite Verb an erster Stelle
als ob / als wenn -> steht das finite Verb am Ende

Temporalsätze mit “als”

Neben der Funktion als Adjunktor in Vergleichssätzen, wird “als” auch zur Formulierung von Temporalsätzen verwendet. Temporalsätze mit “als” nehmen Bezug auf Vergangenes und verweisen auf abgeschlossene, einmalige Ereignisse / Situationen.

Beispiele – Temporalsätze mit “als”

  1. Als ich im Februar in San Francisco war, habe ich viele Sehenswürdigkeiten besichtigt. (Gleichzeitigkeit: Während meines Aufenthaltes habe ich viele Sehenswürdigkeiten besichtigt)
  2. Als es zur Pause klingelte, rannten die Schüler hinaus auf den Schulhof. (Vorzeitigkeit: Nachdem es zur Pause geklingelt hatte, rannten die Schüler auf den Schulhof)
  3. Sie hatte bereits gegessen, als ihr Mann nach Hause kam. (Nachzeitigkeit: Bevor ihr Mann nach Hause kam, hatte sie bereits gegessen)

Zur Differenzierung von Temporalsätzen mit “als” und “wenn” lesen Sie den folgenden Beitrag: https://sprachekulturkommunikation.com/als-oder-wenn-unterschiede-zwischen-als-und-wenn-in-temporalsaetzen/