Kurs- und Arbeitsbuch für Erstorientierungskurse

Kurs- und Arbeitsbuch zur Erstorientierung

Das Kursbuch „Los geht’s – Deutsch im Alltag“ ist der perfekte Einstieg in die deutsche Sprache. Es richtet sich an erwachsene Lernende ohne Vorkenntnisse im In- und Ausland in Erstorientierungs- und/oder sprachvorbereitenden Deutschkursen.

Authentisch

Authentische Dialoge zu den wichtigsten Alltagssituationen (z.B. beim Arzt, im Geschäft oder im Restaurant) sorgen für schnelle Erfolgserlebnisse.

Interaktiv

Jede Einheit verfügt über Sprechanlässe, in denen neue Redemittel angewendet und gefestigt werden können.

Zum Kursbuch gehören interaktive Online-Übungen sowie über 90 Videos zur praktischen Anwendung wichtiger Redemittel aus allen Einheiten.

Praktisch

Öffnen Sie Ihr E-Book auf Ihrem mobilen Endgerät (Smartphone, Tablet). Klicken Sie auf die nebenstehenden Symbole und öffnen Sie VideosZusatzmaterialienOnline-Übungen, eine YouTube-Playlist mit über 90 Videos zu allen Einheiten des Kursbuches und Audiodateien zu allen Hörtexten.

Blick ins Buch

Sie können das Buch als Taschenbuch sowie als E-Book erwerben:

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Ich habe mich erschreckt oder erschrocken?

Die Formen “erschreckt” und “erschrocken” haben schon manche Muttersprachler/-innen vor die Frage gestellt, wann man welche Form gebraucht. Sagt man: “Ich habe mich erschreckt” oder “Ich habe mich erschrocken” oder heißt es “Ich bin erschreckt” oder “Ich bin erschrocken”. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wann und warum Sie welche Form gebrauchen sollten.

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Akademie Deutsch – Intensivlehrwerk in 3 Bänden

 

Lehrwerkreihe Akademie Deutsch (A1+ bis B1+), Hueber Verlag

Insgesamt legt das Autorenteam hohen Wert auf eine sehr steile Progression der Lehrwerkreihe Akademie Deutsch. Davon profitieren insbesondere lerngewohnte Erwachsene in Intensivkursen, die ein Studium oder eine berufliche Tätigkeit im deutschsprachigen Raum beabsichtigen. Pro Sprachniveau stehen ein Kurs- sowie Arbeitsbuch (Zusatzmaterial) als auch Online-Material (z.B. Audiodateien der Hörtexte, digitale Version für interaktive Beamer und Smartboards, Lernlisten etc.) zur Verfügung.

Die steile Progression zeichnet sich nicht nur durch eine schnellere Einführung neuer grammatischer Phänomene aus, sondern auch durch eine ausführlichere Darstellung dieser. Diese Ausführlichkeit wird dadurch erreicht, dass im Vergleich zu Lehrwerken regulärer Sprachkurse Grammatikthemen vertieft und weitestgehend vollständig dargeboten werden. Damit soll der Anspruch Lernender gerecht werden, denen in regulären Kursen Fragen offen geblieben bzw. bestimmte grammatische Phänomene unberücksichtigt geblieben wären. 

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Sicher in Alltag und Beruf! Kurs- und Arbeitsbuch

Perlmann-Balme, Michaela; Schwalb, Susanne; Matussek, Magdalena (2020): Sicher in Alltag und Beruf! Deutsch als Zweitsprache. Kurs- und Arbeitsbuch. München: Hueber.
ISBN (C 1.1): 978-3-19-201209-9. 192 Seiten. 18,- €.

ISBN (C 1.2): 978-3-19-221209-3. 200 Seiten. 18,- €.


Rezension

Passend zu der kürzlich getesteten Übungsgrammatik Sicher! vom Hueber Verlag legt unsere Redaktion heute ein besonderes Augenmerk auf das Kurs- und Arbeitsbuch Sicher in Alltag und Beruf! für C1-Kurse. Der Redaktion lagen die Teilbände für die Sprachkompetenzniveaus C1.1 und C1.2 vor. Ein Gesamtband ist jedoch selbstverständlich auch erhältlich. Das Lehrwerk eignet sich zur Vorbereitung auf alle C1-Prüfungen (z.B. Goethe-Zertifikat C1, ÖSD-Zertifikat C1 oder telc Deutsch C1) und führt gezielt zum C1-Niveau. 

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Sicher! Übungsgrammatik vom Hueber-Verlag im Test

Hering, Axel; Matussek, Magdalena; Perlmann-Balme, Michaela (2018): Sicher! Übungsgrammatik. Deutsch als Fremdsprache. München: Hueber.
ISBN: 978-3-19-301206-7. 240 Seiten. 23,- €.


Rezension

Mit der vorliegenden Übungsgrammatik vom Hueber Verlag wenden sich die Autoren an DaF-Lernende der Sprachniveaustufen B1+ bis C1, die ihre Grammatikkenntnisse kursbegleitend oder autonom wiederholen oder vertiefen möchten. Die Sicher! Übungsgrammatik ist eine perfekte Ergänzung zum Lehrwerk Sicher! und eignet sich zur Vorbereitung der  gängigen Sprachprüfungen wie z.B. die Goethe-Zertifikate B2 und C1, der TestDaF oder die DSH-Prüfung. 

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Trainingsheft Grammatik Präpositionen | Rezension

Klöpping-Haupt, Laura (2020): Grammatik Präpositionen: Prüfungsrelevante Grammatik Niveau A1 – B1. Bremen: Schünemann, Carl Ed.
ISBN: 978-3-7961-1065-8. 76 Seiten. 11,90 €.


Rezension

Das vorliegende Trainingsheft Grammatik Präpositionen: Prüfungsrelevante Grammatik Niveau A1 – B1 ist das zweite Heft aus der DaF-Reihe der Sprachzeitung des Schünemann Verlags. Wie auch das erste Trainingsheft “Wortschatz Wohnen” (Zur Rezension) orientiert es sich an Prüfungsformaten der gängigen Sprachprüfungen (z.B. Zertifikat Deutsch – telc Deutsch B1, Goethe-/ÖSD-Zertifikat Deutsch B1 etc.) auf den Sprachniveaus A2 und B1.
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Wortschatz Wohnen Trainingsheft | Rezension

Kunst, Sabine (2020): Wortschatz Wohnen: Prüfungsrelevanter Wortschatz Niveau A1 – B1. Bremen: Schünemann, Carl Ed.
ISBN: 978-3-7961-1064-1. 80 Seiten. 11,90 €.


Rezension


Das vorliegende Trainingsheft Wortschatz Wohnen: Prüfungsrelevanter Wortschatz Niveau A1 – B1 ist Teil der DaF-Reihe der Sprachzeitung vom Schünemann Verlag. Es orientiert sich an Prüfungsformaten der gängigen Sprachprüfungen (z.B. Zertifikat Deutsch – telc Deutsch B1, Goethe-/ÖSD-Zertifikat Deutsch B1 etc.) und basiert inhaltlich an den Wortschatzlisten der Niveaus A2 und B1 des Goethe Instituts. 

Es ist in 8 Kapitel untergliedert, die zunächst auf eine Wiederholung und Vertiefung des Wortschatzes zum Themenfeld “Wohnen” abzielen (Kapitel 1 – 4) und folgend auf die spezifische und authentische Sprachverwendung innerhalb des Themengebietes (Kapitel 5 – 8). Dazu verhelfen authentische Szenarien wie etwa “eine Wohnung suchen”, wozu wiederum das “Verstehen von Wohnungsinseraten” oder das “Vereinbaren eines Besichtigungstermins” gehören.  Für diese Szenarien sind bestimmte Redemittel notwendig, damit Lernende sprachlich Handeln können. Diese werden mithilfe unterschiedlicher Übungsformate wie z.B. Transformations-, Zuordnungs-, Ankreuzübungen oder Lückentexte geübt, wiederholt oder vertieft. Darüber hinaus beinhalten diese Kapitel verstärkt Übungsformate zur Prüfungsvorbereitung gängiger Sprachprüfungen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Fertigkeiten “Lesen” und “Schreiben”. Die Fertigkeiten “Hören” und “Sprechen” bleiben unberücksichtigt, was unter Anbetracht des intendierten Einsatzbereiches, nämlich des eines kursbegleitenden Ergänzungsmaterials, nicht schwer ins Gewicht fällt. 

Der Aufbau eines jeden Kapitels ist klar strukturiert, beginnend mit einer einführenden Übersicht zu dem empfohlenen Wortschatz des jeweiligen Themengebietes, der im Anschluss durch unterschiedliche Übungsformate trainiert werden kann. Jede Übung verfügt über eine Angabe zu dem Sprachniveau (A1, A2, B1). Überdies beinhalten die Kapitel farblich hervorgehobene Hinweise zu grammatischen Strukturen und sprachlichen Besonderheiten (z.B. sagt man “Stock” oder “Stockwerk” oder beides?). Dabei gefallen besonders die Hinweise auf regionale Varianten des Hochdeutschen in den DACH-Ländern (Was ist ein Fauteuil?).
Im Anhang des Trainingsheftes sind die Lösungen zu den Übungen übersichtlich zusammengefasst.


Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sich das Trainingsheft Wortschatz Wohnen: Prüfungsrelevanter Wortschatz Niveau A1 – B1 an Lernende richtet, die ihren Wortschatz in dem behandelten Themenfeld üben, vertiefen und erweitern möchten. Zur Prüfungsvorbereitung eignet sich das Trainingsheft nur bedingt, da lediglich die Teile “Lesen” und “Schreiben” behandelt werden. Als kursbegleitendes Material zur Vertiefung eignet sich das Heft sehr gut, da durch Partner- und Gruppenübungen Lernende zur Bewältigung produktiver Aufgaben angeleitet werden können, wodurch die Fertigkeit “Sprechen” zusätzlich trainiert werden könnte. Weitere Wortschatzeinheiten sind laut Redaktion in Bearbeitung und durchaus erwünscht, da hinsichtlich der Prüfungsvorbereitung mehr Inhalte abgedeckt werden können.

Das Trainingsheft können Sie hier beim Verlag erwerben: https://www.sprachzeitungen.de/deutsch-als-fremdsprache/trainingshefte/wortschatz-wohnen.html

 

Nominalisierung von adverbialen Nebensätzen

Was ist Nominalisierung?

Unter Nominalisierung versteht man einen Wortbildungsprozess, bei dem man aus einer anderen Wortart ein Nomen ableitet. 

Was ist Nominalisierung von adverbialen Nebensätzen?

Man spricht von einer Nominalisierung von adverbialen Nebensätzen, wenn diese durch nominale Angaben ersetzt werden. Adverbiale Nebensätze kann durch präpositionale Ausdrücke ersetzen, die jeweils Nominalphrasen in einem bestimmten Kasus fordern. Um diese Nominalphrasen zu bilden, müssen bestimmte Wörter aus dem Ausgangssatz in einer andere Wortart (nämlich die eines Nomens) überführt werden. 

Beispiel: 
Adverbialer Nebensatz:
Ich komme heute nicht zum Deutschkurs, weil ich starke Kopfschmerzen habe.

Nominale Angabe:
Wegen starker Kopfschmerzen komme ich heute nicht zum Deutschkurs.

Das Beispiel zeigt einen adverbialen Nebensatz, der von der Subjunktion “weil” eingeleitet wird. Hier muss man verstehen, dass es sich um eine kausale Subjunktion handelt, mit der man einen Grund ausdrückt. Diese Kausalität kann jedoch auch mithilfe anderer Wortarten ausgedrückt werden. Dies zeigt Beispiel 2, in dem die Kausalität von der Präposition “wegen” ausgedrückt wird. Die Informationen des Nebensatzes werden in nominaler Form ausgedrückt. Man spricht deshalb von “Nominalisierung”. 

Wann gebraucht man Nominalisierungen?

Man gebraucht Nominalisierungen, wenn man viele Informationen in kurzen Sätze (komprimiert) wiedergeben möchte. Diese Strukturen finden man vor allem in der Wissenschaftssprache sowie in Fachsprache und in der Sprache der Bürokratie. Im Mündlichen trifft man den Nominalstil seltener an. Stattdessen bevorzugt man in der gesprochenen Sprache den Verbalstil, der leichter zu verstehen ist. Aufgrund der Komplexität der grammatischen Strukturen des Nominalstils ist dieser schwerer zu verstehen und setzt gewisse Vorkenntnisse der Leser/-innen oder Zuhörer/innen voraus. Für Lernende des Deutschen als Fremdsprache sind Kenntnisse zu Nominalisierungen in der deutschen Sprache unbedingt vorauszusetzen, wenn ein Studium auf Deutsch im In- oder Ausland angestrebt wird. 

Umformulierungen adverbialer Nebensätze

Im Folgenden sollen exemplarisch verschiedene adverbiale Nebensätze umformuliert werden. Im Anschluss daran finden Sie eine Übersicht zur Nominalisierung von adverbialen Nebensätzen. Dieser Übersicht können Sie einige Präpositionen entnehmen, die zur Nominalisierung bestimmter adverbialer Nebensätze herangezogen werden können. Sie finden jeweils eine Subjunktion sowie alternative Präpositionen unter Angabe der regierten Kasus sowie eine Angabe des jeweiligen Bedeutungskontextes.

Umformulierung von temporalen Nebensätzen  

Temporaler Nebensatz mit “nachdem” (Vorzeitigkeit)

1) Temporaler Nebensatz:
Nachdem er getankt hatte, fuhr er weiter.

2) Temporale Angabe:
Nach dem Tanken fuhr er weiter.

Temporaler Nebensatz mit “bevor” (Nachzeitigkeit)

1) Temporaler Nebensatz:
Bevor er arbeitet, joggt er 10 Kilometer. 

2) Temporale Angabe:
Vor der Arbeit joggt er 10 Kilometer. 

Temporaler Nebensatz mit “während” (Gleichzeitigkeit)

1) Temporaler Nebensatz:
Während er zur Arbeit fährt, hört er laut Musik.

2) Temporale Angabe:
Während der Fahrt zur Arbeit hört er laut Musik.

Umformulierung von kausalen Nebensätzen

1) Kausaler Nebensatz:
Die Mietpreise schnellen in die Höhe, weil die Nachfrage steigt. 

2) Kausale Angabe:
Aufgrund der steigenden Nachfrage schnellen die Mietpreise in die Höhe. 

Umformulierung von konsekutiven Nebensätzen  

1) Konsekutiver Nebensatz:
Der Arbeitnehmer kam zu dem wichtigen Meeting viel zu spät, sodass sich sein Vorgesetzter ärgerte. 

2) Konsekutive Angabe:
Zum Ärger seines Vorgesetzten kam der Arbeitnehmer zu dem wichtigen Meeting viel zu spät.

Umformulierung von konzessiven Nebensätzen  

1) Konzessiver Nebensatz:
Obwohl es draußen regnet, geht Peter schwimmen. 

2) Konzessive Angabe:
Trotz des Regens geht Peter schwimmen. 

Umformulierung von adversativen Nebensätzen  

1) Adversativer Nebensatz:
Maria kauft eine Einzelausgabe des Magazins, wohingegen ein Abo günstiger gewesen wäre. 

2) Adversative Angabe:
Im Gegensatz zum Kauf einer Einzelausgabe des Magazins wäre ein Abo günstiger gewesen. 

Umformulierung von konditionalen Nebensätzen  

1) Konditionaler Nebensatz:
Wenn der Flug storniert wird, bekomme ich das Geld zurück.

2) Konditionale Angabe:
Bei Stornierung des Flug(e)s / Flugstornierung bekomme ich das Geld zurück.

Umformulierung von finalen Nebensätzen  

1) Finaler Nebensatz:
Es gibt Wortschatzerklärungen und Hinweise am Seitenrand, damit die Schüler/-innen den Text besser verstehen.

2) Finale Angabe:
Zum besseren Verständnis der Schüler/-innen gibt es Wortschatzerklärungen und Hinweise am Seitenrand.

Umformulierung von modalen Nebensätzen  

1) Modaler Nebensatz:
Sie können den Fehler beheben, indem Sie Ihr Betriebssystem neu installieren. 

2) Modale Angabe:
Durch eine Neuinstallation Ihres Betriebssystems können Sie den Fehler beheben. 

Übersicht 

Übung

Kasus in der deutschen Sprache

Was ist Kasus?

Unter Kasus versteht man eine grammatische Kategorie, mit der man syntaktische Funktionen bestimmter Wörter oder Wortgruppen (Satzglieder) anzeigen kann. Im Deutschen gibt es 4 Kasus:

  • Nominativ
  • Akkusativ
  • Dativ
  • Genitiv

Die Anordnung der Kasus ist in vielen Lehrwerken in dieser Rangordnung angegeben und basiert auf der Häufigkeit (Frequenz) der jeweiligen Kasus im Sprachgebrauch.

Der Kasus hilft Lernenden dabei, Funktionen bestimmter Satzglieder voneinander abzugrenzen und dementsprechend auch besser zu verstehen.

Beispiel:

Den Mann beißt der Hund.
The man bites the dog.

Eine Übersetzung ins Englische würde zu Missverständnissen führen, da man davon ausginge, dass das Subjekt an der ersten Postion des Satzes steht. Im Englischen etwa ist die übliche Reihenfolge Subjekt – Prädikat – Objekt. In diesem Zusammenhang schaffen die Kasus in der deutschen Sprache Abhilfe, da sie anzeigen, welche Funktion die jeweiligen Satzglieder im Satz haben. In unserem Beispielsatz ist [den Mann] eine Akkusativergänzung bzw. das direkte Objekt, [der Hund] ist eine Nominativergänzung bzw. das Subjekt des Satzes. Im Deutschen kann das Subjekt auch an der 3. Position stehen, wenn das Vorfeld (Beginn eines Satzes) durch eine andere Phrase / ein anderes Satzglied bereits besetzt ist. Kasusmarkierungen an deklinierbaren Wortarten, in unserem Beispiel an den Artikel, zeigen jedoch ganz klar die syntaktischen Funktionen der Satzglieder im Satz an. Das ist nicht immer so, wenn man die Deklinationstabellen von Artikelwörtern, Nomen oder Adjektiven näher betrachtet. In unseren Beispielen sollen aber genau diese eindeutigen Endungen hervorgehoben werden, um das Konzept des “Kasus” zu verdeutlichen.

Wie erkennt man den Kasus?

Man erkennt den Kasus an den Kasusmarkierungen bestimmter deklinierbarer Wortarten. Als deklinierbare Wortarten bezeichnet man Wortarten, die ihre Form in bestimmten syntaktischen Kontexten ändern. Dazu gehören:

  • Nomen
  • Artikel
  • Pronomen
  • Adjektive

Wodurch wird das Kasus bestimmt?

Für Deutschlernende ist es sehr ratsam, sich zu verinnerlichen, dass der Kasus von bestimmten kasusfordernden Wortarten bestimmt werden kann. 

Kasusfordernde Wortarten

Es gibt Wortarten, die eine oder mehrere Ergänzungen benötigen bzw. Wörter fordern, die in einem bestimmten Kasus stehen müssen. Eine ganz zentrale Rolle kommt hierbei den Verben zugute. 

Beispiel: 

Wenn man das Verb “suchen” betrachtet, erwartet man, dass es eine Person oder ein Objekt gibt, dass von irgendeiner Person gesucht wird. Diese “Mitspieler”, die das Verb in einer Szene fordert, nennt man auch Ergänzungen. In unserem Beispiel fordert das Verb “suchen” eine Nominativ- (ein Subjekt) sowie eine Akkusativergänzung (ein Objekt):


Patrick / Der Mann sucht den Ausgang.


Außerdem zeigt das Beispiel, dass Kasusmarkierungen bei der Identifikation von Satzgliedern helfen können. In dem Beispiel gibt es zwei maskuline Nomen, denen die definiten (bestimmten) Artikel “der” und “den” vorangestellt sind. Bei näherer Betrachtung der Deklinationstabelle fällt auf, dass es sich den maskulinen Artikel im Nominativ und Akkusativ handelt.

Lerntipp

Für die Lernenden ist es notwendig, dass sie sich die Deklinationstabellen bestimmter Wortarten wie z.B. Artikelwörter, Nomen, Adjektive einprägen. Darüber hinaus können Karteikarten hilfreich sein, auf denen Verben mit der jeweiligen Ergänzung bzw. den jeweiligen Ergänzungen und den entsprechenden Kasus angegeben sind. Auf der Rückseite könnte eine Übersetzung sowie ein Beispielsatz stehen. 

1) Verben und Kasus

Im Folgenden werden einige Verben exemplarisch dargestellt, um zu verdeutlichen, dass Verben bestimmte Wörter bzw. Wortgruppen in einem bestimmten Kasus fordern. 

Verben mit Akkusativ

essen, trinken, bauen, lieben, beißen, …

Beispiel: 
Paul isst einen Apfel / ein Brot / eine Birne.

Weitere Verben mit Akkusativergänzung finden Sie hier.

Verben mit Dativ

danken, helfen, gratulieren, …

Beispiel: 
Klara hilft ihrem Vater, dem Kind, ihrer Mutter, …

Weitere Verben mit Dativergänzung finden Sie hier

Verben mit Genitiv

gedenken, bedürfen, …

Beispiel: 
Das bedarf einer Erklärung.

Weitere Verben mit Genitivergänzung finden Sie hier

Verben mit zwei Akkusativen

nennen, lehren, …

Beispiel: 
Der Lehrer lehrt ihn die deutsche Grammatik. 

Verben mit Akkusativ und Dativ

geben, schenken, …

Beispiel: 
Meine Freundin hat mir einen Pullover geschenkt.

Verben mit Akkusativ und Genitiv

anklagen, beschuldigen, …

Beispiel: 
Er beschuldigt den Angeklagten des Betruges.

Verben mit Akkusativ und einer Präposition

bitten + Akk. + um + Akk., fragen + Akk. + nach + Akk.

Beispiel: 
Er beschuldigt den Angeklagten des Betruges.

Verben mit einer Präposition

sich interessieren für + Akk., warten auf + Akk.

Beispiel: 
Die Schüler warten auf den Bus.

2) Präpositionen und Kasus

Präpositionen mit Akkusativ

für, ohne, …

Beispiel:

Dein Freund hat eine Überraschung für dich. 

Präpositionen mit Dativ

mit, zu, …

Beispiel: 
Die Schüler fahren mit dem Bus zur Schule. 

Präpositionen mit Akkusativ und Dativ (Wechselpräpositionen)

in, an, auf, unter, über, hinter, vor, zwischen, neben

Beispiel (Wo? / Dativ): 
Die Schüler sind in der Schule. 

Beispiel (Wohin? / Akkusativ): 
Die Schüler fahren in die Schule.

Präpositionen mit Genitiv

wegen, aufgrund, innerhalb, außerhalb, …

Beispiel: 
Die Schüler dürfen sich in der Pause nur innerhalb des Schulgeländes aufhalten. 

3) Adjektive und Kasus

Viele Adjektive mit “sein” fordern Wörter in einem bestimmten Kasus. 

Adjektive mit Präpositionen

verrückt sein + nach + Dativ

Beispiel: 
Romeo ist verrückt nach Julia.

wichtig sein + für + Akkusativ

Beispiel: 
Ordnung ist wichtig für mich. 

interessiert sein + an + Dativ

Beispiel: 
Sie sind an dem Produkt interessiert. 

bekannt sein + als + Nominativ

Beispiel: 
Er ist bekannt als zeitgenössischer Künstler. 

Adjektive mit Dativ

behilflich sein + Dativ

Beispiel: 
Können Sie mir bitte behilflich sein?

Adjektiv  sein + zu + Dativ

Beispiel: 
Der Film ist mir zu langweilig.
Die Hose ist mir zu kurz. 

Adjektive mit Akkusativ

wert sein + Akkusativ

Beispiel: 
Der Fernseher ist das Geld nicht wert. 

Adjektive mit Genitiv

bewusst sein + Genitiv

Beispiel: 
Er ist sich seiner Schuld bewusst. 

Besonderheiten des Genitivs

Der Genitiv wird immer weniger verwendet und häufig durch dativische Konstruktionen ersetzt. Dennoch gibt es einige Verben, die Ergänzungen im Genitiv fordern. Außerdem steht der Genitiv nach vielen Präpositionen (oder manchmal auch davor) sowie in attributiver Verwendung.

Am häufigsten gebraucht man den Genitiv als Genitivattribut. Dabei kann das Attribut vorangestellt als auch nachgestellt stehen, wobei letztere Variante viel frequenter ist. 

Beispiele

Patricks Unterricht gefällt den Schülern. (vorangestelltes Genitivattribut)
Der Unterricht des Lehrers gefällt den Schülern. (nachgestelltes Genitivattribut)

Wie bereits erwähnt steht das Genitivattribut meistens hinter dem Bezugsnomen. Genitivattribute geben Zusatzinformationen, die das Bezugsnomen näher beschreiben.

Auch dazu noch einige Beispiele:

1) Das Auto meines Vaters ist in der Werkstatt.
2) Der Umsatz des Unternehmens ist um 20% gestiegen.
3) Den Ansatz der Argumentation verstehe ich nicht ganz.
4) Die Fragen der Schüler sind eine Bereicherung.

Modalverben (Subjektiver Gebrauch)

Subjektive Modalität

Modalverben in subjektiver Bedeutung unterscheiden sich von den Modalverben in objektiver Bedeutung dadurch, dass sich das Modalverb nicht auf das Subjekt des Satzes, sondern auf den Sprecher / die Sprecherin des Satzes bezieht. Der Sprecher oder die Sprecherin kann seine / ihre persönliche Einschätzung zu einem Ereignis, einer Nachricht, einer Situation etc. geben. Das Modalverb verliert in dieser Verwendung seine ursprüngliche Bedeutung. 

Modalverben mit Vermutungsbedeutung

Zu dieser Gruppe gehören die Modalverben müssen, dürfen, können und mögen. Außerdem kann die modale Bedeutung der Vermutung mit dem Verb werden ausgedrückt werden. Mithilfe dieser Verben kann ein Sprecher / eine Sprecherin eine Vermutung ausdrücken. 

Formen und Bedeutungen

Die Modalverben müssen, dürfen, können, mögen drücken in subjektiver Aussage eine Vermutung aus. Dabei modifizieren die jeweiligen Modalverben in subjektiven Gebrauch den Satzinhalt nach dem Grad der Wahrscheinlichkeit einer jeweiligen Aussage. Es gibt eine graduelle Abstufung zwischen den Modalverben. Man kann sie ihr Wahrscheinlichkeit nach wie folgt ordnen:

Modalverb Umschreibung Prozentual*
muss ganz sicher 99%
müsste sicher 90%
dürfte bestimmt 75%
kann vermutlich  50%
könnte möglicherweise 40%
mag vielleicht (unsicher) 30%

*die prozentualen Angaben dienen als Lernhilfe und sind nicht statistisch belegt oder sprachlich strikt vorgeschrieben. 

Modalverb Umschreibung
Er muss zu Hause sein. Er ist ganz sicher zu Hause.
Er müsste zu Hause sein. Er ist sicher zu Hause. 
Er dürfte zu Hause sein.  Er ist bestimmt zu Hause. 
Er kann zu Hause sein.  Er ist vermutlich zu Hause.
Er könnte zu Hause sein.  Er ist möglicherweise zu Hause.
Er mag zu Hause sein.  Er ist vielleicht (unsicher) zu Hause. 

Formen in der Gegenwart

Man bildet die Formen mit den Modalverben müssen, dürfen, können oder mögen im Indikativ oder Konjunktiv II Präsens und einem Vollverb im Infinitiv. 

Beispielsatz Bedeutung
Der Student dürfte die Antwort wissen Ich halte es für wahrscheinlich, dass der Student die Antwort weiß.
Der Student könnte die Antwort wissen Der Student weiß möglicherweise die Antwort. 
Der Student mag die Antwort wissen Vielleicht weiß der Student die Antwort, sicher bin ich aber nicht

Formen in der Vergangenheit

Man bildet die Formen mit den Modalverben müssen, dürfen, können oder mögen im Indikativ oder Konjunktiv II Präsens, dem Partizip II und einem Vollverb im Infinitiv. 

Beispielsatz Bedeutung
Der Täter muss die Tür aufgebrochen haben. Der Täter hat die Tür ganz sicher (ohne jeden Zweifel) aufgebrochen. Das zeigen die Spuren am Tatort. 
Der Täter dürfte die Tür aufgebrochen haben Der Täter hat die Tür vermutlich aufgebrochen. 
Der Täter könnte die Tür aufgebrochen haben Der Täter hat die Tür möglicherweise (vielleicht hat er sich aber auch auf anderem Weg Zugang verschafft) aufgebrochen. 

Wiedergabe einer Information / eines Gerüchtes 

Zu dieser Gruppe gehören die Modalverben sollen und wollen. Auch sie können subjektiv gebraucht werden. In dieser Form dienen sie der Redewiedergabe. Ähnlich wie bei der indirekte Rede nimmt der Sprecher / die Sprecherin eine gewisse Distanz zur Aussage ein. Er / Sie distanziert sich somit auch vom Wahrheitsgehalt der fremden Äußerung. Die Verben sollen und wollen werden dabei unterschiedlich gebraucht. 

Das Modalverb sollen in subjektiver Bedeutung
Das Modalverb sollen gebraucht man, um Informationen oder Gerüchte wiederzugeben. 

Das Modalverb wollen in subjektiver Bedeutung
Das Modalverb wollen gebraucht man, um wiederzugeben, was eine Person über sich behauptet bzw. gesagt hat. Der Sprecher / Sprecherin zweifelt den Wahrheitsgehalt der Aussage jedoch an. 

Formen in der Gegenwart

Die Gegenwartsform bildet man mit sollen oder wollen im Indikativ und einem Vollverb im Infinitiv. 

In diesem Beispiel behauptet der Unternehmenschef zwar, dass er von den Zahlungen ins Ausland nichts wisse. Glaubwürdig ist dies jedoch nicht, da die Schuldfrage von gerichtlicher Seite bereits klar zugewiesen wurde. Man weiß schon, dass der Unternehmenschef in die “schmutzigen” Geschäfte verwickelt war. 

Modalverb Umschreibung
Der Unternehmer soll Geld im Ausland waschen. In der Zeitung steht, dass der Unternehmenschef Geld im Ausland waschen soll. 
Der Musiker soll eine Affäre haben.  Gerüchten zufolge hat der Musiker eine Affäre. Beweise gibt es aber keine. 
Der Unternehmenschef will von Zahlungen ins Ausland nichts wissen. Er behauptet, dass er von den Zahlungen ins Ausland nichts weiß.
Der Rektor will in die Zukunft sehen können Er behauptet, dass er in die Zukunft sehen kann. Man glaubt ihm aber nicht. Man zweifelt seine Behauptung an. 

Formen in der Vergangenheit

Die Vergangenheitsform bildet man mit sollen oder wollen im Indikativ, dem Partizip II und den Hilfsverben haben oder sein.

Modalverb Umschreibung
Der Unternehmer soll Geld im Ausland gewaschen haben. Ich habe gelesen / gehört, dass der Unternehmenschef Geld im Ausland gewaschen haben soll. 
Der Musiker soll unzählige Affären gehabt haben Gerüchten zufolge hatte der Musiker unzählige Affären.
Der Unternehmenschef will von Zahlungen ins Ausland nichts gewusst haben Er behauptet, dass er nichts von den Zahlungen wisse. (Seine Argumente sind jedoch unglaubwürdig.)
Der Rektor will die Lottozahlen vorausgesagt haben. Er behauptet, dass er die Lottozahlen vorausgesagt hat. 

Übung