haben-Passiv

haben-Passiv

Im Deutschen sind vor allem zwei Passivformen geläufig: das werden-Passiv sowie das sein-Passiv. Dennoch gibt es weitere Passivkonstruktionen im Deutschen, von der wir uns im folgenden Beitrag, eine Form genauer ansehen wollen. Es geht um das sog. haben-Passiv. Ein Satz wie z. B. Er hat seinen Arm gegibst sieht zwar aus wie ein einfacher Aktivsatz im Perfekt, aber er kann auch als Passivsatz verstanden werden. Wie es zu dieser passivischen Lesart kommt und was genau man unter dem haben-Passiv versteht, zeigen wir euch in diesem Beitrag!

Inhalt

haben-Passiv

Das haben-Passiv beschreibt eine Passivform im Deutschen, in der das Subjekt als „Rezipient“ einer Handlung verstanden wird. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Dativpassiv, da ein „Empfänger“ bzw. „Rezipient“ im Fokus steht. 

Bildung des haben-Passivs

Man bildet das haben-Passiv mit dem Hilfsverb haben und dem Partizip 2 eines Vollverbs. 

haben Passiv 1

Gebrauch des haben Passivs

Man gebraucht das haben-Passiv, um einen Zustand zu betonen. Wichtig ist hierbei, dass es sich bei dem Subjekt um einen Rezipienten handelt. Am besten zieht man das bekommen-Passiv hinzu, um die Stellung des haben-Passivs in der deutschen Sprache zu beschreiben.

Hier könnt ihr das bekommen-Passiv lernen!

Wohingegen sich das bekommen-Passiv auf eine Vorgangsbeschreibung beschränkt, kann man das haben-Passiv als Resultat einer vorangegangenen Handlung verstehen. Es ist folglich Resultat der Handlung, die mit dem bekommen-Passiv ausgedrückt wird.

Ein ähnliches Bild herrscht beim Vorgangs- und Zustandspassiv vor. Auch dort beschreibt das werden-Passiv einen Vorgang und das sein-Passiv einen Zustand bzw. das Resultat des werden-Passivs. 

Rezipientenpassiv

Man bezeichnet das bekommen- sowie haben-Passiv als Rezipientenpassive. Das liegt daran, dass das Subjekt die semantische Rolle des „Rezipienten“ einnimmt.

Wohingegen das bekommen-Passiv einen Vorgang beschreibt, zeigt das haben-Passiv das Resultat des bekommen-Passivs bzw. einen Zustand an. 

Beispiele:

bekommen-Passiv: Er bekommt von einem Unfallmediziner seinen Arm gegipst. (Vorgang)

haben-Passiv: Er hat seinen Arm gegipst. (Zustand)

Beispiele

Die folgenden Beispielsätze zeigen jeweils einen Beispielsatz im bekommen- und einen im haben-Passiv. Durch die Gegenüberstellung beider Rezipientenpassive sollen jeweils die Vorgangs- und Zustandsbedeutung verdeutlicht werden.

Rezipientenpassive 
bekommen-PassivAn seinem Geburtstag spielt Paul Topfschlagen. Dabei bekommt er von seinen Eltern die Augen verbunden. (Vorgang)
haben-PassivPaul hat die Augen verbunden. (Zustand)

Hinweis: In beiden Sätzen ist Paul als Empfänger einer Handlung zu verstehen. Seine Eltern haben ihm die Augen verbunden. Bei den Rezipientenpassiven wird das Dativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt (Rezipient/Empfänger) des Passivsatzes. 

haben-Passiv im Video

In dem folgenden Video lernt ihr, wie man das haben-Passiv bildet und wann man es gebraucht. (Das Video folgt in Kürze!)

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