Transitive und intransitive Verben

Transitiv oder intransitiv - Verben im Deutschen

Transitive Verben

Als transitive Verben bezeichnet man Verben, die eine Akkusativergänzung fordern (1-3). Bei einigen transitiven Verben sind intransitive Varianten möglich (3).

Beispiele

(1) Das Kind baut eine Sandburg.
(2) Die Eltern lieben ihre Kinder.
(3) Frau Müller liest (ein Buch). -> intransitiver Gebrauch möglich!

Intransitive Verben

Als intransitive Verben bezeichnet man Verben, die keine Akkusativergänzung fordern bzw. regieren (4 – 9).

Beispiele

Zu den intransitiven Verben gehören:

(4) Verben, die nur mit einem Subjekt, also mit einer Nominativergänzung, gebraucht werden (einwertige Verben):

Das Kind weint.

(5) Verben mit Dativergänzung

Das Kind ähnelt seiner Mutter

(6) Verben mit Genitivergänzung

Das Kind bedarf einer besonderen Erziehung.

(7) Verben mit Präpositionalergänzung

Die Familie freut sich auf die Sommerferien.

(8) Verben mit adverbialer Ergänzung

Sie fahren nach Italien.

(9) Verben mit Prädikativergänzung

Die lange Reise ist anstrengend.

Transitiver Gebrauch

Es gibt einige intransitive Verben, die transitiv gebraucht werden können.

Beispiele

(10a) Tom fährt in den Urlaub.

intransitiv

(10b) Tom fährt seine Eltern zum Flughafen.

transitiv

(11a) Tom fliegt in den Urlaub.

intransitiv

(11b) Tom fliegt eine Boeing 737 nach Athen.

transitiv

(12a) Tom tanzt.

intransitiv

(12b) Tom tanzt einen Tango.

transitiv

(13a) Tom singt.

intransitiv

(13b) Tom singt ein Lied.

transitiv

(14a) Tom trinkt.

intransitiv

(14b) Tom trinkt Tee.

transitiv

(15a) Tom raucht.

intransitiv

(15b) Tom raucht Wasserpfeife.

transitiv

Weitere Verben, die man transitiv und intransitiv gebrauchen kann: angeln, baden, basteln, bügeln, duschen, kochen, lesen, malen, etc.

Verben mit transitiver und intransitiver Variante

Einige Verben können sowohl transitiv als auch intransitiv gebraucht werden. Dabei ist zu beachten, dass beide Varianten mit Bedeutungsunterschieden einhergehen. 

Beispiele

hängen

Das Verb hängen bedeutet entweder, dass „etw. an einem bestimmten Ort befestigt ist“ (16a) oder, dass “ jemand etwas an einem bestimmten Ort befestigt“ (16b).

(16a) Toms Jacke hängt an der Garderobe. Toms Jacke hat an der Garderobe gehangen.

intransitiv (mit adverbialer Ergänzung, aber ohne Akkusativergänzung)
hängen – hing – gehangen

(16b) Tom hängt seine Jacke an die Garderobe. Tom hat seine Jacke an die Garderobe gehängt.

transitiv (mit Akkusativergänzung)
hängen – hängte – gehängt

erschrecken

Das Verb erschrecken kann sowohl transitiv als auch intransitiv gebraucht werden. In der intransitiven Variante bedeutet erschrecken „in Schreck geraten“ (17a), wohingegen die transitive Variante „jemandem einen Schrecken einjagen“ (17b) bedeutet. 

(17a) Tom erschrickt. Tom erschrak. Tom ist erschrocken.

intransitiv (ohne Akkusativergänzung)
erschrecken – erschrak – erschrocken

(18b) Tom erschreckt Jerry. Tom erschreckte Jerry. Tom hat Jerry erschreckt.

transitiv (mit Akkusativergänzung)
erschrecken – erschreckte – erschreckt

In der Umgangssprache wird erschrecken auch reflexiv gebraucht. In diesem Fall sind starke und schwache Verbformen möglich. Mehr dazu erfahren Sie hier

Weitere Grammatikthemen finden Sie hier in unserer Online-Grammatik:

Grammatik

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