Nominalisierung

Nominalisierung

Was ist Nominalisierung?

Unter dem Begriff Nominalisierung bzw. Substantivierung versteht man einen Prozess in der Sprache, bei dem ein Nomen aus einer anderen Wortart gebildet wird.
Sehr häufig gebraucht man Adjektive und Verben als Nomen. Neben Adjektiven und Verben können aber auch andere Wortarten nominalisiert werden.

Wenn man ein Nomen aus einer anderen Wortart bildet, ohne Affixe zu verwenden, spricht man von lexikalischer Konversion (bauen -> der Bau). 
Im Gegensatz dazu spricht man von syntaktischer Konversion, wenn man ein Verb im Infinitiv (lesen -> das Lesen) oder ein flektiertes Adjektiv (gut -> das Gute) als Nomen gebraucht. 

Nominalisierte Verben

Als nominalisierte Verben bezeichnet man Verben, die als Nomen gebraucht werden. Meistens geht einem substantivierten Verb ein Artikelwort (Artikel oder Pronomen) oder ein Adjektiv voran. 

Beispiele

(1) Das Schreiben fällt ihm nicht schwer.
(2) Sein Schnarchen stört seine Mitschüler nicht.
(3) Edgar ist beim Lesen eingeschlafen.
(4) Edgar fiel in meinem Unterricht besonders durch lautes Schnarchen auf.
(5) Edgar liebt Schlafen.

Nominalisierte Adjektive

Adjektive können in einem Satz als Nomen gebraucht werden. In diesem Fall behalten die nominalisierten Adjektive ihre Adjektiveigenschaften bei. Sie verhalten sich wie attributive Adjektive, was man an den Endungen erkennen kann.

Beispiele

(6) Gestern Abend ist etwas Schreckliches passiert. 
(7) Der Forscher hat in seiner Studie leider nichts Neues herausgefunden.
(8) Servus, ein Helles, bitte!
(9) Paul trinkt einen Kurzen an der Bar!
(10) Im Deutschen gibt es vier Fälle.
(11) Für Kreatives ist Edgar immer zu haben!
(12) Jeder ist willkommen, egal ob Jung oder Alt, Groß oder Klein!

Nominalisierte Partizipien

Bei der Verwendung von Partizipien (Partizip 1 und Partizip 2) ist zu beachten, dass sich diese Formen wie Adjektive verhalten, obwohl sie als Nomen gebraucht werden. 

Beispiele

(13) Viele Studierende haben sich im Hörsaal versammelt. 
(14) Ein Unbekannter hat eine Bank überfallen.
(15) Dieser Beitrag richtet sich an alle Interessierten der deutschen Grammatik.

Neben Verben, Adjektiven und Partizipien können auch andere Wortarten als Nomen gebraucht werden. Dazu gehören Adverbien, Pronomen, Konjunktionen oder auch Interjektionen

Nominalisierte Adverbien

Beispiele

(16) Die Familie lebt im Hier und Jetzt und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft. 
(17) Ich kann das ständige Hin und Her nicht mehr ertragen!

Nominalisierte Pronomen

Beispiele

(18) Darf ich Ihnen das Du anbieten?
(19) Er ist ein Niemand

Nominalisierte Konjunktionen

Beispiele

(20) Das Unternehmen hat das fehlerhafte Produkt ohne Wenn und Aber zurückgenommen. 

Nominalisierte Interjektionen

(21) Sie hat mit Ach und Krach ihre letzte Prüfung bestanden. 
(22) Soll ich das Aua wegpusten? 

Video zum Thema

Weitere Grammatikthemen finden Sie hier in unserer Online-Grammatik:

Grammatik

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