morgen oder Morgen: Groß- oder Kleinschreibung?

Schreibt man morgen (klein) oder Morgen (groß)?

Die Wörter “morgen” und “Morgen” sorgen in manchen Sätzen dafür, dass sich nicht nur Deutschlernende, sondern auch Muttersprachler die Frage stellen, ob das Wort nun klein- oder doch lieber großgeschrieben werden soll. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wann sie sich lieber für die Kleinschreibung und wann für die Großschreibung entscheiden sollten.

Kleinschreibung: “morgen”

Adverb

Das Wort morgen ist ein temporales Adverb und drückt einen Zeitpunkt in der Vergangenheit aus. Meistens bezieht sich der Sprecher/die Sprecherin zum Zeitpunkt seiner/ihrer Äußerung auf den folgenden Tag.

Wenn mit “morgen” der folgende Tage gemeint ist, wird immer kleingeschrieben.

Beispiele: 

  1. Gehst du morgen mit mir ins Kino? – Ich weiß noch nicht, ob ich morgen Abend Zeit habe. 
  2. Heute habe ich nichts gelernt. Ich muss morgen unbedingt lernen, damit ich nicht durch die Prüfung falle. 
  3. Klara und David gehen morgen Mittag zusammen in die Mensa.

Großschreibung: “Morgen”

Als Nomen

Mit dem Nomender Morgen” drückt man eine Tageszeit zwischen dem Ende der Nacht und dem frühen Vormittag aus. In dieser Bedeutung wird immer großgeschrieben.

Beispiele: 

  1. Meine Mutter hat den ganzen Morgen die Wohnung gesaugt, um mich aufzuwecken. 
  2. Die Firma hat heute Morgen neue Produkte bestellt. Wir benachrichtigen Sie, sobald die Ware bei uns im Lager eingetroffen ist. 
  3. Frauke fährt jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Bei Wortzusammensetzungen (Komposita) aus Wochentagen und Tageszeiten, wie es z.B. bei Montagmorgen, Dienstagmorgen, … der Fall ist, wird zusammengeschrieben. Das es sich bei diesen Verbindungen um Nomen handelt werden sie großgeschrieben.

Beispiele: 

  1. Ich habe am Donnerstagmorgen um 09:00 Uhr einen Termin beim Zahnarzt.
  2. Am Montagmorgen brauche ich mehr Kaffee als an anderen Tagen.
  3. Luisa, Rui und Carlos treffen sich am Sonntagmorgen zum Frühstück.

Als Adverb

Wenn Wochentage und Tageszeiten durch ein Adverb ausgedrückt werden, muss kleingeschrieben werden.

Adverbien:

Wochentage: montags, dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags, samstags, sonntags

Tageszeiten: morgens, vormittags, mittags, nachmittags, abends, nachts

Komposita (Wochentage und Tageszeiten): montagmorgens, dienstagvormittags, mittwochmittags, donnerstagnachmittags, freitagnachts

Mit diesem adverbialen Gebrauch wird ausgedrückt, dass etwas regelmäßig geschieht.

Beispiele:

  1. Ich habe montags immer Fußballtraining. (= jeden Montag)
  2. Sonntags muss ich nicht arbeiten. (= jeden Sonntag)

Weitere Beiträge zu schwierigen Wörtern im Deutschen finden Sie hier: Sprachliche Zweifelsfälle

Digiprove sealCopyright secured by Digiprove © 2019

Schreiben Sie einen Kommentar :)