Nominalisierung von Verben: Explizite Derivation und Konversion

Nominalisierung von Verben

Als Nominalisierung bezeichnet man einen Wortbildungsprozess, bei dem Nomen aus einer anderen Wortart gebildet werden. Häufig werden Nomen aus Verben abgeleitet (Nominalisierung von Verben).

Derivation (Ableitung) / Konversion: Worin liegen die Unterschiede?

Unter Derivation bzw. Ableitung versteht man einen Wortbildungsprozess. Man spricht von der expliziten Derivation, wenn man durch Affigierung ein bestehendes Wort in eine neue Wortart überführt. Die Affigierung kann durch Hinzufügen eines Suffixes, Präfixes oder Zirkumfixes geschehen.

Explizite Derivation

Die folgenden Beispiele zeigen, dass man die Verben bilden, ergeben und wachsen durch Hinzufügen der Suffixe -ung, -nis und -tum in eine neue Wortart überführt (Wortartwechsel). Die Verben werden durch die nominalen Suffixe zu Nomen.

Beispiel: 
bilden + ung -> Bildung, die
ergeben + nis -> Ergebnis, das
wachsen + tum -> Wachstum, das

Unter Konversion versteht man einen Wortbildungsprozess, bei dem ohne Affigierung ein bestehendes Wort in eine neue Wortart überführt wird. Aus diesen Grund spricht man auch von der sog. Nullderivation.

Konversion

Die folgenden Beispiele zeigen, dass man aus den Verben ohne Hinzufügen von Affixe Nomen bilden kann (Wortartwechsel). Die Adjektive werden durch die nominalen Suffixe zu Nomen. Es sind zwei Arten der Konversion zu unterscheiden. Zum einen die syntaktische Konversion, bei der ein Flexionselement des Verbs bei der Bildung eines Nomens erhalten bleibt. Die nominalisierten Verben das Lernen und das Treffen zeigen, dass die Infinitivendung -en des Ausgangsverbs bei der Nominalisierung erhalten bleibt. Zum anderen gibt es die morphologische Konversion, bei der das nominalisierte Verb lediglich aus dem Wortstamm besteht.

Beispiel: 
lernen -> Lernen, das (syntaktische Konversion)
treffen -> Treffen, das (syntaktische Konversion)
beginnen -> Beginn, der (morphologische Konversion)
kaufen -> Kauf, der (morphologische Konversion)

Implizite Derivation

Als implizite Derivation bezeichnet man ebenfalls einen Wortbildungsprozess, der ohne Hinzufügen von Affixen in einer neuen Wortart resultiert. Im Gegensatz zur Konversion ist für die implizite Derivation ein Stammvokalwechsel charakteristisch. 

Beispiel: 
finden -> Fund, der 
gehen -> Gang, der
genießen -> Genuss, der
schreiten -> Schritt, der

Nominale Suffixe (Auswahl)

Die folgende Übersicht zeigt einige (native) Suffixe, die man bei der Nominalisierung von Verbalformen nutzen kann. Diese geben einen Hinweis auf das Genus eines Nomens. Nomen mit der Endung -ung sind immer feminin, Berufsbezeichnungen mit -er immer maskulin.

Suffix Verb abgleitetes Nomen
-e blenden, suchen die Blende, die Suche
-er lehren, zaubern der Lehrer, der Zauberer
-nis ereignen, erleben das Ereignis, das Erlebnis
-schaft bürgen, erben die Bürgschaft, die Erbschaft
-tum wachsen das Wachstum
-ung auszeichnen, bilden, regieren die Auszeichnung, die Bildung, die Regierung

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