Was sind Verben?

Was sind Verben?

Was sind Verben?

Verben sind das zentrale Element in einem Satz. Sie drücken Tätigkeiten, Vorgänge oder Zustände aus und bestimmen, welche weiteren Satzglieder im Satz stehen müssen. Darüber hinaus liefern Verben Informationen darüber, wer (Person) für ein Geschehen verantwortlich ist, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt (Numerus) und wann etwas passiert (Tempus). Außerdem lässt sich mithilfe von Verben betonen, ob die handelnde Person (Aktiv) oder die Handlung selbst (Passiv) von zentralem Interesse ist. Zu guter Letzt dienen sie dazu, zwischen realen und irrealen Geschehen, Wünschen und Befehlen zu unterscheiden.

mehr erfahren...

Untrennbare Verben mit fahren – Beispielsätze und Übung

Untrennbare Verben mit fahren

In diesem Beitrag lernen Sie untrennbare Verben mit dem Wortstamm „fahren“. Dazu gehören untrennbare Verben wie z.B. befallen und verfahren. Am Ende des Beitrags finden Sie eine Übung, um Ihren Wortschatz überprüfen zu können.

WEITERLESEN

Modalverben (Subjektiver Gebrauch)

Subjektive Modalität

Modalverben in subjektiver Bedeutung unterscheiden sich von den Modalverben in objektiver Bedeutung dadurch, dass sich das Modalverb nicht auf das Subjekt des Satzes, sondern auf den Sprecher / die Sprecherin des Satzes bezieht. Der Sprecher oder die Sprecherin kann seine / ihre persönliche Einschätzung zu einem Ereignis, einer Nachricht, einer Situation etc. geben. Das Modalverb verliert in dieser Verwendung seine ursprüngliche Bedeutung. 

Modalverben mit Vermutungsbedeutung

Zu dieser Gruppe gehören die Modalverben müssen, dürfen, können und mögen. Außerdem kann die modale Bedeutung der Vermutung mit dem Verb werden ausgedrückt werden. Mithilfe dieser Verben kann ein Sprecher / eine Sprecherin eine Vermutung ausdrücken. 

Formen und Bedeutungen

Die Modalverben müssen, dürfen, können, mögen drücken in subjektiver Aussage eine Vermutung aus. Dabei modifizieren die jeweiligen Modalverben in subjektiven Gebrauch den Satzinhalt nach dem Grad der Wahrscheinlichkeit einer jeweiligen Aussage. Es gibt eine graduelle Abstufung zwischen den Modalverben. Man kann sie ihr Wahrscheinlichkeit nach wie folgt ordnen:

ModalverbUmschreibungProzentual*
mussganz sicher99%
müsstesicher90%
dürftebestimmt75%
kannvermutlich 50%
könntemöglicherweise40%
magvielleicht (unsicher)30%

*die prozentualen Angaben dienen als Lernhilfe und sind nicht statistisch belegt oder sprachlich strikt vorgeschrieben. 

ModalverbUmschreibung
Er muss zu Hause sein.Er ist ganz sicher zu Hause.
Er müsste zu Hause sein.Er ist sicher zu Hause. 
Er dürfte zu Hause sein. Er ist bestimmt zu Hause. 
Er kann zu Hause sein. Er ist vermutlich zu Hause.
Er könnte zu Hause sein. Er ist möglicherweise zu Hause.
Er mag zu Hause sein. Er ist vielleicht (unsicher) zu Hause. 

Formen in der Gegenwart

Man bildet die Formen mit den Modalverben müssen, dürfen, können oder mögen im Indikativ oder Konjunktiv II Präsens und dem Infinitiv Perfekt (Infinitiv II). 

BeispielsatzBedeutung
Der Student dürfte die Antwort wissenIch halte es für wahrscheinlich, dass der Student die Antwort weiß.
Der Student könnte die Antwort wissenDer Student weiß möglicherweise die Antwort. 
Der Student mag die Antwort wissenVielleicht weiß der Student die Antwort, sicher bin ich aber nicht

Formen in der Vergangenheit

Man bildet die Formen mit den Modalverben müssen, dürfen, können oder mögen im Indikativ oder Konjunktiv II Präsens, dem Partizip II und einem Vollverb im Infinitiv. 

BeispielsatzBedeutung
Der Täter muss die Tür aufgebrochen haben.Der Täter hat die Tür ganz sicher (ohne jeden Zweifel) aufgebrochen. Das zeigen die Spuren am Tatort. 
Der Täter dürfte die Tür aufgebrochen habenDer Täter hat die Tür vermutlich aufgebrochen. 
Der Täter könnte die Tür aufgebrochen habenDer Täter hat die Tür möglicherweise (vielleicht hat er sich aber auch auf anderem Weg Zugang verschafft) aufgebrochen. 

Wiedergabe einer Information / eines Gerüchtes 

Zu dieser Gruppe gehören die Modalverben sollen und wollen. Auch sie können subjektiv gebraucht werden. In dieser Form dienen sie der Redewiedergabe. Ähnlich wie bei der indirekte Rede nimmt der Sprecher / die Sprecherin eine gewisse Distanz zur Aussage ein. Er / Sie distanziert sich somit auch vom Wahrheitsgehalt der fremden Äußerung. Die Verben sollen und wollen werden dabei unterschiedlich gebraucht. 

Das Modalverb sollen in subjektiver Bedeutung
Das Modalverb sollen gebraucht man, um Informationen oder Gerüchte wiederzugeben. 

Das Modalverb wollen in subjektiver Bedeutung
Das Modalverb wollen gebraucht man, um wiederzugeben, was eine Person über sich behauptet bzw. gesagt hat. Der Sprecher / Sprecherin zweifelt den Wahrheitsgehalt der Aussage jedoch an. 

Formen in der Gegenwart

Die Gegenwartsform bildet man mit sollen oder wollen im Indikativ und einem Vollverb im Infinitiv. 

In diesem Beispiel behauptet der Unternehmenschef zwar, dass er von den Zahlungen ins Ausland nichts wisse. Glaubwürdig ist dies jedoch nicht, da die Schuldfrage von gerichtlicher Seite bereits klar zugewiesen wurde. Man weiß schon, dass der Unternehmenschef in die „schmutzigen“ Geschäfte verwickelt war. 

ModalverbUmschreibung
Der Unternehmer soll Geld im Ausland waschen.In der Zeitung steht, dass der Unternehmenschef Geld im Ausland waschen soll. 
Der Musiker soll eine Affäre haben. Gerüchten zufolge hat der Musiker eine Affäre. Beweise gibt es aber keine. 
Der Unternehmenschef will von Zahlungen ins Ausland nichts wissen.Er behauptet, dass er von den Zahlungen ins Ausland nichts weiß.
Der Rektor will in die Zukunft sehen könnenEr behauptet, dass er in die Zukunft sehen kann. Man glaubt ihm aber nicht. Man zweifelt seine Behauptung an. 

Formen in der Vergangenheit

Die Vergangenheitsform bildet man mit sollen oder wollen im Indikativ, dem Partizip II und den Hilfsverben haben oder sein.

ModalverbUmschreibung
Der Unternehmer soll Geld im Ausland gewaschen haben.Ich habe gelesen / gehört, dass der Unternehmenschef Geld im Ausland gewaschen haben soll. 
Der Musiker soll unzählige Affären gehabt habenGerüchten zufolge hatte der Musiker unzählige Affären.
Der Unternehmenschef will von Zahlungen ins Ausland nichts gewusst habenEr behauptet, dass er nichts von den Zahlungen wisse. (Seine Argumente sind jedoch unglaubwürdig.)
Der Rektor will die Lottozahlen vorausgesagt haben.Er behauptet, dass er die Lottozahlen vorausgesagt hat. 

Übung

Konjunktiv 2 Passiv in der Gegenwart und Vergangenheit

Gebrauch

Man gebraucht den Konjunktiv II, um höfliche Fragen, Anforderungen, Vermutungen oder Ratschläge, Wünsche, Spekulationen oder auch Irreales auszudrücken. 

Formen – Konjunktiv 2 im Passiv

Gegenwart

Man bildet den Konjunktiv II der Gegenwart im Passiv mit dem Konjunktiv 2 von „werden“ (würde) und dem Partizip 2. Die Form ähnelt dem Passiv Präsens in der Gegenwart. Lediglich das Hilfsverb „werden“ steht im Konjunktiv 2. 

Konjunktiv 2 der Gegenwart: würde + Partizip 2 

Gegenwart mit Modalverb

Man bildet den Konjunktiv II der Gegenwart im Passiv mit Modalverb mit dem Konjunktiv 2 des jeweiligen Modalverbs (könnte, müsste, dürfte, sollte, wollte), dem Partizip 2 und dem Hilfsverb „werden“. 

Konjunktiv 2 der Gegenwart mit Modalverb:
Modalverb im Konjunktiv 2 + Partizip 2 + werden

Vergangenheit

Es gibt nur eine Vergangenheitsform des Konjunktivs 2. Man gebraucht den Konjunktiv 2 der Vergangenheit mit Modalverben häufig, um sein Bedauern / seine Anteilnahme zu einer vergangenen Situation auszudrücken. Außerdem gebraucht man sie auch, um nachträgliche Kritik an einer vergangenen Situation / Handlung zu üben. 

Man bildet den Konjunktiv 2 der Vergangenheit im Passiv mit dem Hilfsverb „sein“ im Konjunktiv 2 (wäre) sowie dem Partizip 2 und dem verkürzten Partizip 2 von werden: „worden“. Im Hauptsatz steht das Hilfsverb vor dem Partizip 2 und worden. Im Nebensatz steht das Hilfsverb im Konjunktiv 2 „wäre“ am Ende. 

Konjunktiv 2 der Vergangenheit im Passiv: wäre + Partizip 2 + worden

Vergangenheit mit Modalverb

Man bildet den Konjunktiv 2 der Vergangenheit im Passiv mit Modalverb mit dem Konjunktiv 2 von „haben“ (hätte), dem Partizip 2, dem Hilfsverb „werden“ und dem jeweiligen Modalverb.

Konjunktiv 2 der Vergangenheit mit Modalverb:
hätte + Partizip 2 + werden

Beispiele: 

1) Das Notebook wird nicht gut verkauft, weil das Design altmodisch, die Akkulaufzeit kurz und das Gewicht zu schwer ist.

Gegenwartsform des Konjunktivs 2 im Passiv
Das Notebook würde besser verkauft, wenn das Design moderner, die Akkulaufzeit länger und das Gewicht geringer wäre.

Vergangenheitsform des Konjunktivs 2 im Passiv
Das Notebook wäre besser verkauft worden, wenn das Design moderner, die Akkulaufzeit länger und das Gewicht geringer wäre.

2) Die Weinflasche steht schon seit einer Stunde hier. 

Gegenwartsform des Konjunktivs 2 im Passiv mit Modalverb
Die Weinflasche sollte endlich mal geöffnet werden.

Vergangenheitsform des Konjunktivs 2 im Passiv mit Modalverb
Die Weinflasche hätte geöffnet werden sollen!

3) Die Rechnung wurde nicht bezahlt. Deshalb wurde eine Mahnung ausgestellt.

Vergangenheitsform des Konjunktivs 2 im Passiv
Wäre die Rechnung bezahlt worden!

Vergangenheitsform des Konjunktivs 2 im Passiv mit Modalverb
Die Rechnung hätte bezahlt werden müssen.

4) Das Paket wurde an den Absender zurückgeschickt. 

Vergangenheitsform des Konjunktivs 2 im Passiv
Wäre das Paket abgeholt worden!

Vergangenheitsform des Konjunktivs 2 im Passiv mit Modalverb
Das Paket hätte bereits abgeholt werden sollen.

5) Mein Gehalt wurde zu spät überwiesen.

Vergangenheitsform des Konjunktivs 2 im Passiv
Wäre mein Gehalt rechtzeitig überwiesen worden!

Vergangenheitsform des Konjunktivs 2 im Passiv mit Modalverb
Mein Gehalt hätte rechtzeitig überwiesen werden müssen.

Einfache Erklärung im Video

Übung 1

Übung 2