Genitiv – Definition, Beispiele und Übungen

Genitiv DaF

Der Genitiv ist ein Kasus der deutschen Sprache mit dem meist ein Besitz- oder Zugehörigkeitsverhältnis zwischen zwei Bezugsgrößen ausgedrückt wird. Dieser Fall kann sowohl durch eigenständige Satzglieder (Er würdigte ihn keines Blickes.) als auch durch Satzgliedteile bzw. Attribute (Sie trägt das Kleid ihrer Mutter.) angezeigt werden.

Gebrauch

Man gebraucht den Genitiv nicht so häufig wie die anderen Kasus. Meist findet man genitivische Formen in der Schriftsprache (z.B. Tageszeitung) sowie in bestimmten Fachsprachen (z.B. Rechtssprache). In der gesprochenen Sprache gilt der Genitiv als stilistisch gehobenere Sprache. Am häufigsten findet man Konstruktionen mit Genitiv in Nominalphrasen (1, 2) und nach bestimmten Präpositionen (3, 4). 

Beispiele: 

  1. Noel fährt mit dem Auto seines Vaters durch die Stadt.
  2. Die Dauer der Veranstaltung beträgt 90 Minuten. 
  3. Wegen eines Unfalls kann es zu Verzögerungen kommen.
  4. Bitte vereinbaren Sie einen Termin innerhalb der Sprechzeiten. 

Kasusendungen

Kasus ist eine grammatische Kategorie des Deutschen und gehört in den Bereich der Flexion. Oft wird der Kasus an vorangehenden Artikelwörtern oder Adjektiven angezeigt. Am Nomen selbst wird Kasus lediglich bei starken Nomen im Dativ Plural (Ich gehe gern mit Freunden aus) sowie bei maskulinen und neutralen Nomen im Genitiv Singular (-s / -es) angezeigt. 

Kasusmarkierung

Maskuline und neutrale Nomen im Singular erhalten ein -s oder -es zur Signalisierung des Kasus. Bei Nomen, die auf -s, -ss, -ß, -x oder -z enden, steht die Endung -es.

Beispiele:

  1. Der neue Roman des Autors handelt von der abenteuerlichen Reise eines jungen Musikers.
  2. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Neutrale Nomen auf -nis erhalten ein -ses.

Beispiele:

  1. Aufgrund seines schlechten Zeugnisses findet Moritz keinen Ausbildungsbetrieb. 
  2. Durch regelmäßiges Gehirnjogging können verschiedene Bereiche des Gedächtnisses trainiert werden.

Feminine Nomen im Singular bleiben – bis auf Eigennamen (z.B. Lisas Tasche) – endungslos (-Ø).

Beispiele:

  1. Die Schwester meiner Frau lebt in Italien. 
  2. Leider hat mein Chef den Vertrag einer Kollegin nicht verlängert. 

Darüber hinaus wird der Genitiv an vorangehenden Artikelwörtern sichtbar. Bei maskulinen und neutralen Nomen erhalten Artikelwörter die Endung -es, bei femininen Nomen die Endung -er (siehe Beispiele oben).

Eigennamen erhalten ein -s. Wenn sie auf -s auslauten, steht ein Apostroph zur Signalisierung des Kasus. 

Beispiele:

  1. Ist das Christians Rucksack?
  2. Luis Eltern sind beruflich viel unterwegs.  

Syntaktische Distribution / Kontext

Genitivische Strukturen sind in vorangestellten und nachgestellten Attributen zu finden.

Vorangestellte Attribute

Dieser Fall tritt im Deutschen lediglich bei Eigennamen auf. 

Beispiele: 

  1. Evas Präsentation hat die Auswahlkommission überzeugt. 
  2. Goethes Faust ist an vielen Schulen immer noch Pflichtlektüre.

Ausnahmen

Besonders Länder oder Kontinente können sowohl als vorangestellte als auch nachgestellte Attribute auftreten.  

Beispiele: 

  1. Portugals Küsten gehören zu den schönsten der Welt. (vorangestelltes Attribut)
  2. Die Küsten Portugals gehören zu den schönsten der Welt. (nachgestelltes Attribut)

Nachgestellte Attribute 

Am häufigsten gebraucht man Genitive, um Besitz- oder Zugehörigkeitsverhältnisse auszudrücken (Genitivus possessivus).

Beispiele: 

  1. Noel fährt mit dem Auto seines Vaters durch die Stadt.
  2. Tina liebt den Apfelkuchen ihrer Großmutter.  

Wie verwendet man den Genitiv?

1) Verbergänzung

Unser neues Produkt erfreut sich weiter großer Beliebtheit.

2) Präpositionale Ergänzung 

Aufgrund der Witterungsverhältnisse entfällt das heutige Auswärtsspiel.

3) Attribut

Der Geburtstag meiner Schwester ist im Dezember. 

Ich habe Amelies Geburtstag vergessen. 

4) Als Objekt zum adjektivischen Prädikativ

Der Angeklagte ist sich seiner Schuld bewusst. 

5) Adverbialer Gebrauch

Eines Tages werde ich in mich politisch engagieren.  

Ersatzform “von” + Dativ

In der gesprochenen Sprache werden genitivische Formen häufig durch die Ersatzform mit der Präposition “von”  und einer Dativergänzung ersetzt.

Beispiele: 

  1. Die Präsentation von Eva.
  2. Der Apfehlkuchen von ihrer Großmutter.
  3. Das Auto von seinem Vater.

Übungen

Übung 1

Übung 2

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