Passiversatzformen – Alternativen zum Passiv – Sprakuko

Passiversatzformen - Passivumschreibungen - Alternativen zum Passiv

Passiversatzformen sind alternative Formen zum Passiv. In diesem Beitrag lernen Sie, was Passiversatzformen sind, wie man sie gebraucht und welche Typen es gibt.

Passiversatzformen

Als Passiversatzformen bezeichnet man Konstruktionen, die im Aktiv stehen, aber eine passivische Bedeutung haben. Sie nennen das Agens (die handelnde Person) nicht. Man bezeichnet sie auch als Passiv-Paraphrasen (Umschreibungen) oder passivähnliche Strukturen. Eine Besonderheit dieser Formen ist, das sie in Aktivsätzen gebraucht werden, aber eine passivische Bedeutung ausdrücken. 

sich lassen + Infinitiv

Die Form sich lassen in Verbindung mit dem Infinitiv eines Verbs hat eine passivische Bedeutung. 

Beispiel:
1. Die Datei lässt sich nicht öffnen. 
2. Der Computer lässt sich nicht mehr reparieren.

sein + zu + Infinitiv

Eine Kombination von sein, der Präposition zu und dem Infinitiv drückt ebenfalls eine passivische Bedeutung aus. 

Beispiel:
1. Der Computer ist zu reparieren
2. Die Miete ist bis zum Dritten eines Monats zu überweisen.

Adjektive mit der Endung -bar

Adjektive, die auf das Suffix -bar enden, haben oft eine passivische Bedeutung. 

Beispiel:
1. Der Fehler ist behebbar
2. Ihre Bestellung ist auch in bar bezahlbar.
3. Das Wasser aus dem Brunnen ist nicht trinkbar.

Adjektive mit der Endung -abel

Eine weitere Passiversatzform bilden Adjektive mit der Endung -abel

Beispiel:
1. Leider ist der Schaden an Ihrem Gerät zu groß. Es ist leider irreparabel
2. Erkrankungen am Herzen sind nach dem heutigen Stand der Medizin häufig operabel.

Adjektive mit der Endung -lich

Auch Adjektive mit der Endung -lich können als Alternativen zum Passiv gebraucht werden. 

Beispiel:
1. Der Folienstift ist wasserlöslich
2. Der Text ist leicht verständlich

Indefinitpronomen „man“ + Modalverb

Das Indefinitpronomen „man“ dient der Generalisierung von Aussagen. In Verbindung mit einem Modalverb haben auch diese Formen eine passive Bedeutung. 

Beispiel:
1. Man kann den Computer reparieren.
2. Die Aufgabe kann man in ca. 20 Minuten lösen.

Umformulierungen ins Passiv

Wenn man Passiversatzformen in einen Passivsatz umformuliert, erhält man immer einen Passivsatz mit Modalverb.

PassiversatzformenPassivsatz
Die Eingangstür lässt sich nicht öffnenDie Eingangstür kann nicht geöffnet werden
Die Rechnung ist bis kommenden Montag zu bezahlen.Die Rechnung muss bis kommenden Montag bezahlt werden
Das Urteil ist anfechtbar.Das Urteil kann angefochten werden.
Der Computer ist irreparabel.Der Computer kann nicht repariert werden.
Das Kind ist untröstlich.Das Kind kann nicht getröstet werden.
Man kann den Computer reparieren.Der Computer kann repariert werden.

Übung

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Grammatik

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5 Gedanken zu “Passiversatzformen – Alternativen zum Passiv – Sprakuko

  1. Danke Ihnen für die gute Erklärung.

  2. 🙂 Keine Sorge, das lernst du noch! Passiversatzformen sind alternative Formen im Aktiv, die eine passive Bedeutung haben, weil man das handelnde Subjekt nicht nennt.
    Beispiel: Das Fenster lässt sich nicht öffnen. (Aktivsatz) In diesem Beispiel ist „sich lassen + Infinitiv“ eine Passiversatzform, jedoch steht sie im Aktiv. Man könnte alternativ auch sagen: Das Fenster kann nicht geöffnet werden. (Passivsatz).

  3. Ich bin Deutschlehrerin aus der Ukraine und in diese schwierige Zeit Agression Russlands unterrichte ich Deutsch für Jugendliche und Kinder im Westen der Ukraine.
    Danke für Ihr Video zum Thema: Passiversatzformen. Das Verb „lassen“war für mich immer nicht so gut verständlich ( was den Passiversatzgebrauch betrifft) und im Video ist das sehr gut erklärt, und ich konnte das Thema meinen Schülern beibringen.

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