Reflexive Verben: Definition und Beispiele

Reflexive Verben – Definition

Bei reflexiven Verben handelt es sich um einen Verbtypen, bei dem das Subjekt und das Objekt auf dieselbe Person oder Sache referieren. Wenn Verben reflexiv gebraucht werden, stehen sie mit einem Reflexivpronomen. Reflexive Verben können zusammen mit Reflexivpronomen im Akkusativ oder Dativ stehen.

Übersicht zu den Reflexivpronomen

 

Reflexive Verben mit Akkusativ

Folgende Verben stehen immer mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ:

sich ausruhen, sich bedanken, sich beschweren, sich entschließen, sich erkälten, sich freuen, sich interessieren, sich verabreden, sich verlieben

Beispielsätze:

Meine Nachbarn beschweren sich immer über unser schreiendes Baby.

Ich interessiere mich für die deutsche Sprache.

Sie hat sich bis über beide Ohren in Luis verliebt. 


Reflexive Verben mit Dativ  

Folgende Verben stehen immer mit einem Reflexivpronomen im Dativ:

sich etw. ansehen, sich etw. merken, sich etw. vorstellen

Beispielsätze:

Siehst du dir heute das Kunstwerk an?

Der Spion merkt sich die Zahlenkombination der Eingangstür. 

Ich stelle mir ein Haus am Strand vor. 

Sprakukos DaF-/DaZ-Blog | Reflexive Verben
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Reflexiv gebrauchte Verben / Unechte reflexive Verben

Bitte beachten Sie, dass es eine Reihe von Verben gibt, bei denen das Reflexivpronomen weggelassen und durch eine Akkusativ- oder Dativergänzung ersetzt werden können.

– reflexiv oder mit Akkusativergänzung –

In der folgenden Tabelle sind einige Verben dargeboten, die mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ oder einer Akkusativergänzung stehen können. Die reflexive und nicht-reflexive Verwendung werden zu Zwecken der besseren Anschaulichkeit gegenübergestellt.

reflexiver Gebrauchnicht-reflexiver Gebrauch
Ich ärgere mich.Ich ärgere meinen kleinen Bruder.
Ich bewege mich schnell. Ich bewege meinen Fuß.
Ich erinnerte mich an den Termin. Ich erinnerte meinen Kollegen an den Termin.
Der Chef verabschiedet sich. Der Chef verabschiedet einen langjährigen Kollegen.

– reflexiv, nicht-reflexiv mit Akkusativergänzung oder reflexiv mit Dativ- und Akkusativergänzung –

Darüber hinaus gibt es Verben, die reflexiv als auch mit einer Akkusativ- und einer Dativergänzung stehen können.  Darunter fallen zum Beispiel die Verben sich waschen, sich anziehen oder sich ansehen Stehen reflexive Verben mit einer Akkusativergänzung, steht das Reflexivpronomen im Dativ. Auf die möglichen Verwendungsweisen gehen wir in der folgenden Tabelle ein.

reflexiver Gebrauchnicht-reflexiver Gebrauchreflexiver Gebrauch mit Akkusativergänzung
Ich wasche mich.Ich wasche das Baby.Ich wasche mir die Haare.
Sie zieht sich an.Sie zieht ihre Jacke an.Sie zieht sich ihre Jacke an.
Siehst du dich im Spiegel?Siehst du deine Freundin morgen?Siehst du dir einen Film an?

 

 

Grammatik: Das Perfekt mit „sein“. Über die Vergangenheit sprechen (2.2)

Das Perfekt ist eine Zeitform des Verbs, mit der wir Aussagen über vergangene Ereignisse, Handlungen oder Zustände machen können. Das Perfekt mit sein wird mit Verben gebildet, die eine Bewegung oder eine Zustandsänderung anzeigen. Eine Bewegung wird beispielsweise durch die Verben gehen, rennen, fahren, fliegen, ankommen, aussteigen etc. angezeigt. Eine Zustandsänderung durch wachsen, werden, einschlafen etc. Im Gegensatz zum Perfekt mit haben, bilden nur wenige Verben das Perfekt mit sein. 

Perfekt mit sein

Unseren Beitrag zum Perfekt mit haben, finden Sie hier: Grammatik: Das Perfekt mit “haben”. Über die Vergangenheit sprechen (2.1)

Grammatik: Das Perfekt mit „haben“. Über die Vergangenheit sprechen (2.1)

Wir haben bereits an anderer Stelle das Präteritum eingeführt. Mit dem Präteritum können wir Äußerungen über Ereignisse machen, die in der Vergangenheit liegen. Im Unterschied zum Perfekt, wird das Präteritum aber meist nur in der Schriftsprache verwendet, vor allem in Erzählungen, Romanen oder Berichten. Wenn wir in Alltagsgesprächen über die Vergangenheit sprechen, wird meistens das Perfekt verwendet. Eine Ausnahme bilden die Verben sein, haben und werden, die selten im Perfekt verwendet werden und somit auch in der gesprochenen Sprache im Präteritum genutzt werden. Mein Wochenende könnte ich wie folgt beschreiben:

Am Wochenende war (Präteritum) ich mit meiner Freundin in Heidelberg. Wir haben uns das Heidelberger Schloss angesehen und haben ein Eis gegessen. Danach haben wir Freunde getroffen und haben einen Spaziergang am Philosophenweg gemacht. Von dort oben hatten (Präteritum) wir eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt, das Schloss und den Neckar. Wir hatten (Präteritum) ein sehr schönes Wochenende. 

Wichtig ist, dass man in der gesprochenen Sprache nicht nur eine Zeitform verwendet, wenn man über die Vergangenheit spricht.

Bildung des Perfekts

Das Perfekt wird mit der konjugierten Form der Hilfsverben haben oder sein und dem Partizip II gebildet.

Perfekt mit haben.jpg

Das Perfekt mit sein werden wir in einem gesonderten Beitrag erklären. Hier geht’s zum Beitrag: Grammatik: Das Perfekt mit “sein”. Über die Vergangenheit sprechen (2.2)

Lokale Präpositionen: „aus“ und „von“ (Woher?)

Grammatik: Lokale Präpositionen: „aus“ und „von“. 

Mit den lokalen Präpositionen aus und von kann man auf die Frage „Woher kommen Sie?“ antworten.

Beispiel:

Sprakuko: Woher kommst du?

David: Ich komme gerade vom Bäcker. Ich habe Brot gekauft.

Die lokale Präposition von liefert uns nähere Informationen über den Ausgangspunkt/ – ort. Nach den Präpositionen aus und von steht Dativ.

Grammatik Lokale Präpositionen (Woher).jpg

Quelle der Illustrationen: (c) Pixabay.com