Tempus: Futur II – Über etwas Abgeschlossenes in der Zukunft sprechen

Futur II – Definition

Das Futur II wird mit dem Hilfsverb werden und dem Infinitiv Perfekt (Partizip II + sein/haben) gebildet. Die Form wird verwendet, wenn sich ein Sprecher auf abgeschlossene Handlungen, Ereignisse oder Vorhersagen in der Zukunft beziehen möchte.

Abgeschlossenes Ereignis in der Zukunft: 

David wird sein Masterstudium beendet haben.

Der Zug wird bereits abgefahren sein.

Formen

 Hilfsverb "werden"Partizip II + sein/haben im Infinitiv
ichwerdegemacht haben
duwirstgemacht haben
er, sie, es wirdgemacht haben
wirwerden gemacht haben
ihrwerdetgemacht haben
sie, Siewerden gemacht haben

Formen mit Modalverb

 Hilfsverb "werden"Partizip II + sein/haben im Infinitiv + Modalverb im Infinitiv
ichwerdegemacht haben müssen
duwirstgemacht haben müssen
er, sie, es wirdgemacht haben müssen
wirwerden gemacht haben müssen
ihrwerdetgemacht haben müssen
sie, Siewerden gemacht haben müssen

Tipp: Anstelle des Futur II gebraucht man im Deutschen sehr häufig das Perfekt, um auf abgeschlossene Ereignisse in der Zukunft zu referieren bzw. über abgeschlossene Ereignisse in der Zukunft zu sprechen.

Beispiel: 

Wenn ich meine Masterarbeit abgeschlossen haben werde (Futur II), werde ich ein Auslandsjahr in Brasilien verbringen (Futur I)

Wenn ich meine Masterarbeit abgeschlossen habe (Perfekt), verbringe ich ein Auslandsjahr in Brasilien (Präsens).

Tempus: Futur I – Über die Zukunft sprechen

Futur I – Definition

Das Futur I wird mit dem Hilfsverb werden und dem Infinitiv gebildet. Mit dem Futur I bezieht sich ein Sprecher auf zukünftige Handlungen und Ereignisse oder macht eine Vorhersage.

  • Handlung in der Zukunft: Ich werde einen Salat mitbringen.
  • Ereignis in der Zukunft: Der Bau des neuen Bahnhofs wird im kommenden Frühjahr beginnen.
  • Prophezeiung/ Vorhersage: Die globale Erderwärmung wird verheerende Folgen haben.

Formen

 Hilfsverb "werden"Infintiv
ichwerdemachen
duwirstmachen
er, sie, es wirdmachen
wirwerden machen
ihrwerdetmachen
sie, Siewerden machen

Formen mit Modalverb

 Hilfsverb "werden"Infintiv + Modalverb
ichwerdemachen müssen
duwirstmachen müssen
er, sie, es wirdmachen müssen
wirwerden machen müssen
ihrwerdetmachen müssen
sie, Siewerden machen müssen

Tipp: Anstelle des Futur I gebraucht man im Deutschen sehr häufig das Präsens, um auf Zukünftiges zu referieren bzw. über Zukünftiges zu sprechen. Beispiel: Ich bringe einen Salat mit. (Ereigniszeit liegt nach dem Äußerungszeitpunkt bzw. der Sprechzeit) Sehr oft wird der Bezug zur Zukunft durch temporale Adverbien (später, morgen, bald, später etc.) hergestellt: Der Bau des Bahnhofs beginnt im kommenden Frühjahr.

Hilfsverben haben, sein und werden im Präteritum

Übersicht

In der folgenden Übersicht finden Sie die Hilfsverben haben, sein und werden im Präteritum.

Präteritum | Konjugation

 habenseinwerden
ichhattewarwurde
duhattestwarstwurdest
er, sie, eshattewarwurde
wirhattenwarenwurden
ihrhattetwarenwurden
sie, Siehattenwarenwurden

Eine Übersicht zu den Formen im Präsens finden Sie hier.

Hilfsverben haben, sein und werden

Was sind Hilfsverben?

Hilfsverben werden dazu genutzt, um analytische Tempusformen wie Perfekt, Pluquamperfekt, Futur I und II zu bilden. Die Hilfsverben im Deutschen sind: haben, sein und werden.

Konjugation

 habenseinwerden
ichhabebinwerde
duhastbistwirst
er, sie, eshatistwird
wirhabensindwerden
ihrhabtseidwerdet
sie, Siehabensindwerden

Das Verb „haben“ als Vollverb

Das Verb haben kann nicht nur als Hilfsverb gebraucht werden, sondern auch als Vollverb. Als Vollverb steht haben mit einer Akkusativ-Ergänzung.

Beispiel:

  • Ich habe einen Hund (Akkusativ-Ergänzung).
  • Haben Sie die Unterlagen (Akkusativ-Ergänzung)?
  • Hast du einen Kugelschreiber (Akkusativ-Ergänzung)?

Die Verben „sein“ und „werden“ als Kopulaverben

Neben der Verwendung als Hilfsverb treten sein und werden auch als Kopulaverben auf. In dieser Verwendung stehen sie mit einem Subjekt und einer Nominativergänzung und bilden das Prädikat. Zu den Kopulaverben zählt auch das Verb bleiben.

Beispiel:

  • David ist Lehrer. (Das Verb steht mit einem sogenannten Prädikativ (hier die Nominalphrase [Lehrer]), mit dem es das Prädikat bildet.
  • Sie wird Ärztin. (s.o.)

Verben im Präsens: Regelmäßige Verben

Regelmäßige Verben | Schwache Verben

Die meisten Verben in der deutschen Sprache werden schwach konjugiert. Sie werden auch schwache Verben genannt. Jedes Verb besteht aus einem Verbstamm und einer Endung. Das Verb machen besteht zum Beispiel aus dem Verbstamm {mach-} und der Endung {-en}. Die Personalendungen sind -e, -st, -t, -en, -t, -en.

Konjugation: Schwache Verben

 spielenmachen
ichspiel-emach-e
duspiel-stmach-st
er, sie, esspiel-tmach-t
wirspiel-enmach-en
ihrspiel-tmach-t
sie, Siespiel-enmach-en

Verben auf -t/ -d

Bei Verben, deren Stamm auf -t oder -d endet, wird in der 2. und 3. Person Singular und 2. Person Plural ein -e vor der Personalendung eingeschoben.

 arbeitenreden
icharbeit-ered-e
duarbeit-estred-est
er, sie, esarbeit-etred-et
wirarbeit-enred-en
ihrarbeit-etred-et
sie, Siearbeit-enred-en

Verben auf -m / -n

Bei Verben auf -m und -n wird ebenfalls in der 2. und 3. Person Singular und 2. Person Plural ein -e vor der Personalendung eingeschoben.

 atmenöffnen
ichatm-eöffn-e
duatm-estöffn-est
er, sie, esatm-etöffn-et
wiratm-enöffn-en
ihratm-etöffn-et
sie, Sieatm-enöffn-en

Verben auf -s /-ss /-ß /-z

Bei Verben, deren Stamm auf -s, -ss, -ß oder -z auslautet, sind die 2. und 3. Person Singular identisch.

 reisenhassenheißen*reizen
ichreisehasseheißereize
dureisthasstheißtreizt
er, sie, esreisthasstheißtreizt
wirreisenhassenheißenreizen
ihrreisthasstheißtreizt
sie, Siereisenhassenheißenreizen

*Das Verb heißen wird hier als Beispiel der Konjugation im Präsens herangezogen, da dieses Verb bereits sehr früh im Unterricht eingeführt wird. Die Stammformen heißen – hieß – geheißen zeigen jedoch, dass dieses Verb zu den starken Verben gehört.

Verben auf -er / -el

 erinnernlächeln
icherinn(e)r-elächl-e
duerinner-stlächel-st
er, sie, eserinner-tlächel-t
wirerinner-nlächel-n
ihrerinner-tlächel-t
sie, Sieerinner-nlächel-n

Verben im Präsens: Verben mit Vokalwechsel

Definition: Verben mit Vokalwechsel

Einige Verben weichen von der regelmäßigen Konjugation ab und weisen eine Modifikation des Verbstammes in der 2. und 3. Person Präsens auf. Verben mit Vokalwechsel gehören zu der Klasse der starken Verben.

Vokalwechsel von e -> i(e)

 lesenessennehmentreffen
ichleseessenehmetreffe
duliestisstnimmsttriffst
er, sie, esliestisstnimmttrifft
wirlesenessennehmentreffen
ihrlestesstnehmttrefft
sie, Sielesenessennehmentreffen

Vokalwechsel von a -> ä

 fahrenschlafenwaschentragen
ichfahreschalfewaschetrage
dufährstschläfstwäschstträgst
er, sie, esfährtschläftwäschtträgt
wirfahrenschlafenwaschentragen
ihrfahrtschlaftwaschttragt
sie, Siefahrenschlafenwaschentragen

Vokalwechsel von au -> äu

 laufensaufen
ichlaufesaufe
duläufstsäufst
er, sie, esläuftsäuft
wirlaufensaufen
ihrlauftsauft
sie, Sielaufensaufen

Vokalwechsel von o -> ö

 stoßen
ichstoße
dustößt
er, sie, esstößt
wirstoßen
ihrstößt
sie, Siestoßen

Rezension „Grammatik im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“

Buchrezension 

Fandrych, Christian; Thurmair, Maria (2018): Grammatik im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – Grundlagen und Vermittlung. Berlin: Erich Schmidt (Grundlagen Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, 2). – ISBN: 978-3-503-17758-5. 295 Seiten, 19,95€.

Sie können das Buch online beim Erich Schmidt Verlag oder auf Amazon.de* erwerben:

Der vorliegenden Band aus der Reihe „Grundlagen Deutsch als Fremd- und Zweitsprache“ ist, wie der Untertitel „Grundlagen und Vermittlung“ anmuten lässt, als Grundlagenlektüre für all diejenigen Leserinnen und Leser gedacht, die sich mit der Vermittlung des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache im In- und Ausland beschäftigen oder in Zukunft beschäftigen werden. Ziel dieses Werkes ist zum einen die Vermittlung von grammatischen Grundlagen für angehende sowie unterrichtende Lehrkräfte und zum anderen die Erörterung von methodischen Ansätzen, die Lehrkräften bei der Unterrichtsplanung helfen könnten, Deutschlernende für bestimmte sprachliche Phänomene zu sensibilisieren.

Das vorliegende Werk beginnt mit einer Einführung, in der Zielsetzung und -gruppe, Inhalt und Aufbau, die Stellung der Grammatik im Fremdsprachenunterricht,  methodisches und didaktisches Vorgehen der Autoren thematisiert werden. Der Einleitung folgen der Reihe nach die Kapitel „Das Verb“ (Kap. 2), „Das Substantiv“ (Kap. 3), „Artikel, Artikelwörter, Pronomen“ (Kap. 4), „Das Adjektiv“ (Kap. 5), „Die Nominalphrase“ (Kap. 6), „Adverbien und Partikel“ (Kap. 7), „Präpositionen“ (Kap. 8), „Satzglieder und die interner Struktur von Sätzen“ (Kap. 9), „Satzgliedstellung: Verbalklammer und Stellungsfelder“ (Kap. 10) und „Sätze und Satzverbindungen“ (Kap. 11).

Die Autoren Prof. Dr. Christian Fandrych und Prof. Dr. Maria Thurmair verfolgen eine ganz klare Linie, indem sie an grundlegenden Grammatikthemen ansetzen, die einerseits der Lehrkraft präsent sein sollten und andererseits in der Unterrichtspraxis schwer zu vermitteln sind und dabei aus der Sicht der Lernenden eine besondere Sensibilisierung bedürfen. Die Kapitel sind allesamt klar strukturiert, sie beginnen mit einer knappen Erläuterung zum Inhalt und Aufbau des Kapitels, gefolgt von einer Einführung in die Thematik. Der inhaltliche Aufbau folgt einer aszendenten Struktur, bei den Wortarten beginnend, gefolgt von komplexeren Phrasen bis hin zu einfachen Sätzen und komplexen Satzstrukturen. Die einzige Ausnahme bildet dabei Kapitel 6, in dem auf die interne Struktur von komplexen Nominalphrasen eingegangen wird. Besonders hervorheben lässt sich der sehr verständliche Schreibstil und die Vielzahl an Beispielen und Hinweisen, die selbst Laien auf dem Gebiet der deutschen Grammatik einen leichten Einstieg ermöglichen.

In Kapitel 2 wird auf das Verb als zentrale Einheit der deutschen Sprachen eingegangen, das als „Organisationszentrum von Sätzen und von Texten“ (17) eröffnendes Element einer Szene gelte, dessen Mitspieler bzw. Ergänzungen vom Verb regiert werden. Nach einer Klassifizierung zentraler Verbtypen wird zum einen das Konjugationssystem mitsamt der grammatischen Kategorien Person, Numerus, Tempus, Modus, und Genus Verbi (Aktiv, Passiv) erläutert und zum anderen Wortbildungsprozesse des Verbs verdeutlicht. Die verbalen Kategorien Modus, Tempus und Genus Verbi werden jeweils in gesonderten Unterkapiteln thematisiert, da sie Lernende des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache vermehrt vor Schwierigkeiten stellen und dieser Thematik deshalb besonderes Augenmerk gebührt. Die Kapitel 3, 4 und 5 beschäftigen sich mit den deklinierbaren Wortarten. Wie schon erwähnt widmet sich Kapitel 6 den komplexen Nominalphrasen. Ausgehend von bestimmten Nomen, die den Kopf der Phrase bilden, werden exemplarisch erweiterte Nominalphrasen eingeführt, anhand derer sprachliche Phänomene wie adjektivische, präpositionale, adverbiale, genitivische und infinitivische Attribute, Attribute in Form von Relativsätzen sowie Appositionen erläutert werden. Daran schließen sich mit Kapitel 7 und 8 die nicht-flektierbaren Wortarten an.

Die abschließenden Kapitel thematisieren komplexe Phrasen und Satzstrukturen. In Kapitel 9 wird der Frage nachgegangen, welche syntaktische Funktionen von den jeweiligen Konstituenten bzw. Satzgliedern in einem Satz erfüllt werden.  In Kapitel 10 befassen sich die Autoren mit der Wort- und Satzgliedstellung im Deutschen. Dabei greifen sie auf das topologische Feldermodell zurück, um verschiedene Stellungsmöglichkeiten innerhalb eines Satzes anzuzeigen. Die Visualisierung von Sätzen in topologischen Feldern erleichtert Lernenden die rezeptive Verarbeitung der verschiedenen Wortstellungsmöglichkeiten im Deutschen, weil sich bestimmte sprachliche Phänomene wie z.B. eine Betonung von bestimmten Satzinformationen durch Topikalisierung in einem Feldermodell gut anzeigen und beschreiben lassen. Das abschließende Kapitel 11 liefert u. a. Informationen über Satztypen, Form und Funktion von Nebensätzen und satzverbindende Ausdrücke, worunter Konjunktionen (z.B. und, denn…), Subjunktionen (z.B. weil, nachdem, …) und Adverbien (z.B. trotzdem, deshalb…) fallen.

Für die Sprachdidaktik wertvolle Fragestellungen zu besonderen sprachlichen Phänomenen werden an geeigneter Stelle durch entsprechende Hinweise oder Anmerkungen ergänzt. Dabei handelt es sich um Hinweise zur Grammatikvermittlung, die in Form von „Didaktischen Fenstern“ realisiert werden und das Ziel verfolgen, Lehrkräften Anregungen zu geben, die sie in der Unterrichtspraxis unterstützen sollen. Den Lehrkräften wiederum eröffnet sich die Möglichkeit, zu bestimmten Grammatikthemen nach Anregungen zu suchen, die bei der Vermittlung der deutschen Grammatik hilfreich sein können. Überdies sprechen die Autoren durchweg didaktische Empfehlungen aus, die zur Behandlung spezieller sprachlicher Phänomene im Unterricht zu einem besseren Verständnis der Lernenden beitragen könnten. So biete sich im Unterricht zu dem Thema „Partikelverben bzw. trennbare Verben“ mit fortgeschrittenen Lernerinnen und Lernern etwa an, die räumliche und zeitliche Spezifizierung von Partikelverben mit einzuführen, da sie zur Unterstützung des Gerlernten beitragen könne. (34) Demzufolge spezifiziere etwa die Partikel „an“ in an-binden und an-heften einen räumlichen Kontakt, wohingegen „nach“ in nach-arbeiten und nach-spielen eine zeitliche Spezifizierung aufweise. (34)

Lobenswert ist, dass sich die Autoren nicht nur theoretisch mit Fragestellungen zur Grammatikvermittlung auseinandergesetzt haben, sondern auf Erkenntnisse aus der Unterrichtspraxis in ihrer Argumentation Bezug nehmen. Folglich wissen die Autoren ganz genau, welche sprachlichen Eigenheiten den Deutschlernenden im DaF-Unterricht Schwierigkeiten bereiten und auch für die Lehrkraft eine Herausforderung darstellen, wenn es darum geht, diese sprachlichen Phänomene didaktisch ansprechend und vor allem verständlich zu vermitteln. Aus diesem Grund geben die Autoren fortlaufend Hinweise und Anregungen zur didaktischen Aufbereitung und reflektierten Vermittlung bestimmter grammatischer Phänomene.

Abschließend lässt sich sagen, dass sich dieses Lehrwerk zurecht an Lehrkräfte wendet, die sich zum einen fundiertes linguistisches Grundwissen aneignen oder dieses auffrischen möchten und zum anderen praktische Hinweise zur didaktischen Umsetzung bestimmter grammatischer bzw. sprachlicher Phänomene einholen möchten. Das Buch ist praxisorientiert ausgerichtet und widmet sich dem reflektierten Handeln im Unterricht, ohne dabei die Perspektive der Lernenden aus den Augen zu verlieren. Aufgrund des Bezugs zur aktuellen Forschung ist diese handlungsorientierte Grammatik auch erfahrenen Lehrkräften wärmstens zu empfehlen.

Sollte Ihnen unsere Rezension gefallen haben und wir Ihr Interesse für das vorliegende Werk „Grammatik im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – Grundlagen und Vermittlung“ geweckt haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie dieses auf den Seiten des Erich Schmidt Verlags oder auf Amazon.de erwerben.

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Trennbare und nicht-trennbare Verben

Trennbare Verben

Als trennbare Verben bezeichnet man Verben, die aus einer Verbpartikel und einem Verbstamm bestehen.  Trennbare Verben bilden im Hauptsatz eine Satzklammer: David steht morgen um 08:00 Uhr auf.

Zu den trennbaren Verben gehören u. a.:

abfahren, ankommen, aufstehen, ausgehen, einkaufen, fernsehen, feststellen, fortgehen, freihalten, heimgehen, herkommen, hingehen, losfahren, mitkommen, nachsehen, vorlesen, vorbeikommen, wegnehmen, weitermachen, zuhören, zurückbringen, zusammenarbeiten


Nicht-trennbare Verben

Verben mit den Präfixen be-, emp-, ent-, er-, ge-, hinter-, miss-, ver– und zer– sind nicht trennbar. Man nennt diese Verben auch Präfixverben.

Zu den nicht-trennbaren Verben gehören beispielsweise:

bezahlen, empfehlen, entdecken, erhalten, gebrauchen, misslingen, verstehen, zerstören

Trennbar oder nicht-trennbar?

Verben mit den Präfixen durch-, über-, um-, unter-, wieder– und wider– lassen eine trennbare und eine nicht-trennbare Variante zu. Die Varianten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bedeutung („Die Polizisten umstellen das Gebäude“ (nicht-trennbar) versus „Sie stellt ihr Zimmer um“ (trennbar)) und ihrer Betonung. Bei nicht-trennbaren Verben liegt die Betonung bzw. Akzentuierung auf dem Verbstamm, wohingegen die Betonung bei trennbaren Verben auf der Partikel liegt.

Übersicht Trennbare und nicht-trennbare Verben

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Reflexive Verben: Definition und Beispiele

Reflexive Verben – Definition

Bei reflexiven Verben handelt es sich um einen Verbtypen, bei dem das Subjekt und das Objekt auf dieselbe Person oder Sache referieren. Wenn Verben reflexiv gebraucht werden, stehen sie mit einem Reflexivpronomen. Reflexive Verben können zusammen mit Reflexivpronomen im Akkusativ oder Dativ stehen.

Übersicht zu den Reflexivpronomen

 

Reflexive Verben mit Akkusativ

Folgende Verben stehen immer mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ:

sich ausruhen, sich bedanken, sich beschweren, sich entschließen, sich erkälten, sich freuen, sich interessieren, sich verabreden, sich verlieben

Beispielsätze:

Meine Nachbarn beschweren sich immer über unser schreiendes Baby.

Ich interessiere mich für die deutsche Sprache.

Sie hat sich bis über beide Ohren in Luis verliebt. 


Reflexive Verben mit Dativ  

Folgende Verben stehen immer mit einem Reflexivpronomen im Dativ:

sich etw. ansehen, sich etw. merken, sich etw. vorstellen

Beispielsätze:

Siehst du dir heute das Kunstwerk an?

Der Spion merkt sich die Zahlenkombination der Eingangstür. 

Ich stelle mir ein Haus am Strand vor. 

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Reflexiv gebrauchte Verben / Unechte reflexive Verben

Bitte beachten Sie, dass es eine Reihe von Verben gibt, bei denen das Reflexivpronomen weggelassen und durch eine Akkusativ- oder Dativergänzung ersetzt werden können.

– reflexiv oder mit Akkusativergänzung –

In der folgenden Tabelle sind einige Verben dargeboten, die mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ oder einer Akkusativergänzung stehen können. Die reflexive und nicht-reflexive Verwendung werden zu Zwecken der besseren Anschaulichkeit gegenübergestellt.

reflexiver Gebrauchnicht-reflexiver Gebrauch
Ich ärgere mich.Ich ärgere meinen kleinen Bruder.
Ich bewege mich schnell. Ich bewege meinen Fuß.
Ich erinnerte mich an den Termin. Ich erinnerte meinen Kollegen an den Termin.
Der Chef verabschiedet sich. Der Chef verabschiedet einen langjährigen Kollegen.

– reflexiv, nicht-reflexiv mit Akkusativergänzung oder reflexiv mit Dativ- und Akkusativergänzung –

Darüber hinaus gibt es Verben, die reflexiv als auch mit einer Akkusativ- und einer Dativergänzung stehen können.  Darunter fallen zum Beispiel die Verben sich waschen, sich anziehen oder sich ansehen Stehen reflexive Verben mit einer Akkusativergänzung, steht das Reflexivpronomen im Dativ. Auf die möglichen Verwendungsweisen gehen wir in der folgenden Tabelle ein.

reflexiver Gebrauchnicht-reflexiver Gebrauchreflexiver Gebrauch mit Akkusativergänzung
Ich wasche mich.Ich wasche das Baby.Ich wasche mir die Haare.
Sie zieht sich an.Sie zieht ihre Jacke an.Sie zieht sich ihre Jacke an.
Siehst du dich im Spiegel?Siehst du deine Freundin morgen?Siehst du dir einen Film an?