Deutsch lernen mit Bildern: Wortschatzvermittlung im Fremdsprachenunterricht

Im Unterricht stellen sich Lehrkräfte oftmals die Frage, wie sie ihren Schülern/Schülerinnen situationsadäquaten Wortschatz vermitteln sollen. Wir stellen eine Methode vor, mit der Sie den Wortschatz auf einfache Weise vermitteln können.

Wortschatzvermittlung im Anfängerunterricht

Für den Anfängerunterricht bietet sich etwa Wortschatz an, der zur Bewältigung einfacher Gespräche im Alltag relevant ist. Aus diesem Grund bietet es sich an, Wortschatz nach den Bedürfnissen der Lerner und in Themenblöcken zu vermitteln. Oft beginnen Lehrkräfte ihren Unterricht mit Vorstellungsrunden und befähigen ihre Lerner dazu, ihren Namen, ihr Herkunftsland und ihren Wohnort zu benennen. Das Lernziel ist klar und für die ersten Unterrichtseinheiten ausreichend: Die Lernenden können sich nach den Unterrichtseinheiten vorstellen und Informationen zu ihrer Person geben.

Methode zur Wortschatzvermittlung: Bildkarten

Für den Anfängerunterricht, in dem die Wortschatzarbeit eine große Rolle einnimmt, bieten sich Bildkärtchen* an.

Wortschatzvermittlung DaF
Praxistipp: Bildkartensets im Anfängerunterricht vom Verlag an der Ruhr

Die Bildkartensets vom Verlag an der Ruhr eignen sich gut für den Anfängerunterricht und richten sich an Deutschlerner/-innen ohne Vorkenntnisse. Zu dieser Zielgruppe gehören primär Teilnehmende in Erstorientierungs- oder Integrationskursen sowie Förderklassen. Die Bilder sind sehr präzise und eindeutig gestaltet, wodurch eine schnelle Identifizierung der gesuchten Wortes gefördert wird. Bis dato umfasst die Reihe Deutsch lernen mit Bildern 11 Bildkartensets zu folgenden Themenbereichen:

  • Adjektive
  • Im Kindergarten
  • In der Schule
  • In der Stadt
  • Kleidung und Körper
  • Lebensmittel
  • Mathematik
  • Medizin und Gesundheit
  • Natur und Umwelt
  • Verben
  • zu Hause

Jedes Bildkartenset verfügt über 60 Bild- oder Fotokarten. Zu jedem Bild bzw. Foto findet man auf der Rückseite der Karte das entsprechende deutsche Wort mit einer englischen, französischen und arabischen Übersetzung. Das Bildkartenset zu den Verben umfasst sogar 120 Bildkarten. Darüber hinaus gibt es zu jedem Set auch kurze Tipps zur Unterrichtsgestaltung mit diesen Kärtchen. Diese sind vor allem für ehrenamtliche Lehrer/-innen gedacht, die noch über keine Unterrichtserfahrung verfügen.

Fazit

Wir haben bisher eine gute Erfahrung mit dem Einsatz dieser Kärtchen im Unterricht gemacht. In einem äußerst heterogenen Erstorientierungskurs mit vielen arabisch-, englisch- und französischsprachigen Teilnehmenden haben wir die Kärtchen unterschiedlich eingesetzt: Zum einen kamen die Bildkärtchen als Verständnishilfe zu Einsatz. Fehlt einem Teilnehmer ein entsprechendes Wort, hilft der visuelle Reiz des Bildmaterials zusammen mit dem gesprochenen und/oder geschriebenen Wort dabei, das Wort zu verarbeiten. Zum anderen zur Einführung, Wiederholung oder Vertiefung der bestimmten und unbestimmten Artikel, der Pronomen, der Pluralformen sowie des Satzbaus. Generell eignen sich die Karten auch prima zur Vorentlastung, wenn ein bestimmtes Thema wie z.B. In der Stadt oder Lebensmittel in der Unterrichtseinheit thematisiert wird.

*Info: Bei den von uns verwendeten Links handelt es sich um Affiliate-Links von Amazon. Wenn Sie ein Produkt über die Links auf unsere Seite kaufen, unterstützen sich unsere Arbeit auf Sprakukos DaF-/DaZ-Blog. Wir sind für jede Hilfe dankbar!

Redewendung: Was bedeutet “hohe Wellen schlagen”?

hohe Wellen schlagen
Redewendung: hohe Wellen schlagen

Die Redewendung “hohe Wellen schlagen” ist vermehrt in der Pressesprache zu finden. 

Der Dieselskandal hat weltweit hohe Wellen geschlagen

Die Redewendung ist von metaphorischer Bedeutung und bringt zum Ausdruck, dass etwas – hier der Dieselskandal – für großes Aufsehen sorgt. 

Weitere Redewendungen finden Sie hier: Redewendungen in der deutschen Sprache.

Koordinierende und subordinierende Konjunktionen: Übersicht und Beispielsätze

Was sind koordinierende und subordinierende Konjunktionen?

Mit koordinierenden Konjunktionen können Satzteile oder auch ganze Sätze miteinander verknüpft werden. Koordinierende Konjunktionen verbinden etwa zwei Hauptsätze bzw. gleichrangige Sätze miteinander.

Satzverbindungen, die zwischen einem Hauptsatz und einem Nebensatz stehen, werden subordinierende Konjunktionen oder Subjunktionen genannt.

Koordinierende Konjunktionen

Koordinierende KonjunktionBeispielsatzSemantische Zuordnung
undFrodo erlebt verrückte Abenteuer und bleibt Herr der Situation. Addition / Aufzählung
oderGehen wir ins Kino oder bleiben wir zu Hause?Alternative
dennTina arbeitet heute nicht, denn sie ist krank. Grund
aberSie macht momentan eine Ausbildung als Bankkauffrau, aber sie möchte danach noch ein Studium beginnen.Opposition / Gegensatz
sondernWir haben sie nicht kontaktiert, sondern sie haben uns eine E-Mail geschickt. Opposition / Gegensatz nach Negation

Subordinierende Konjunktionen

Subordinierende Konjunktion / SubjunktionBeispielsatzSemantische Zuordnung
damitIch möchte mein Abitur machen, damit ich studieren kann. Finalsatz
weilIch bin zu spät gekommen, weil ich meinen Bus verpasst habe.Kausalsatz (Grund)
daDa sich die randalierenden Fans nicht zurückhalten konnten, wurden Sie des Platzes verwiesen.Kausalsatz (Grund)
zumalSie wird den Termin schon einhalten, zumal sie uns das Treffen schriftlich zugesichert hatte.Kausalsatz (Grund)
wennWenn ich den Job bekomme, bin ich überglücklich. Konditionalsatz / Bedingungssatz
fallsFalls Sie es nicht zur Sitzung schaffen sollte, werde ich Ihre Aufgaben übernehmen. Konditionalsatz / Bedingungssatz
sofernSofern ich Zeit habe, kannst du mit mir rechnen.Konditionalsatz / Bedingungssatz
so ..., dassEmil hat so viel Kaffee getrunken, dass er nachts nicht schlafen konnte.Konsekutivsatz (Folge)
sodassEr wollte ihm nicht glauben, sodass er schließlich die Polizei verständigte.Konsekutivsatz (Folge)
obwohlEr zieht den Pullover ihr zuliebe an, obwohl er ihn nicht mag.Konzessivsatz (Restriktion / Einschränkung)
obgleichSie arbeiten sehr gut zusammen, obgleich sie sich nicht ausstehen können.Konzessivsatz (Restriktion / Einschränkung)
obschonEntschuldigen wollte sich der Sturkopf nicht, obschon er seinen Fehler erkannte.Konzessivsatz (Restriktion / Einschränkung)
indemSie können etwas Gutes für die Umwelt tun, indem Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.Modalsatz
bevorIch bringe mein Kind zur Schule, bevor ich zur Arbeit fahre.Temporalsatz
nachdemNachdem die Gäste gegangen waren, fiel ich hundemüde ins Bett.Temporalsatz
alsAls ich nach Hause kam, habe ich noch eine Pizza gegessen.Temporalsatz
wennWenn ich bei meiner Oma war, fühlte ich mich immer sehr wohl. Temporalsatz
währendWährend er mit seiner Mutter telefonierte, bügelte er seine Hemden.Temporalsatz
solangeDu solltest lieber jetzt fahren, solange es draußen noch hell ist.Temporalsatz
seit / seitdemSeitdem wir einen neuen Chef haben, hat sich die Arbeitsatmosphäre verschlechtert.Temporalsatz
bisIch bleibe noch wach, bis du nach Hause kommst.Temporalsatz
alsDie Klausur war einfacher, als ich erwartet hatte.Vergleichssatz
wieDie Klausur war nicht so einfach, wie ich angenommen hatte.Vergleichssatz

Kausalsätze mit “denn” oder “weil” / “da”? | Unterschiede, Beispielsätze und Übungen

Unterschiede zwischen “denn” und “weil” / “da”

Zwischen “denn” und “weil” oder “da” bestehen kategorische Unterschiede.

Konjunktion oder Subjunktion?

Unter morphologischen Gesichtspunkten gehören “denn” und “weil” oder “da” zu der lexikalischen Kategorie der Konjunktionen. Wohingegen “denn” zwei Hauptsätze miteinander verbindet bzw. koordiniert, verbinden “weil” oder “da” einen Haupt- mit einem Nebensatz. Der Nebensatz ist dem Hauptsatz unabhängig von seiner Position im Satz untergeordnet bzw. subordiniert.

Die Konjunktion “denn”

Mit “denn” können zwei Hauptsätze miteinander verknüpft werden. Satzverbindungen zwischen zwei Hauptsätzen werden auch koordinierende Konjunktionen genannt.

Die Subjunktionen (subordinierende Konjunktion) “weil” / “da”

Im Unterschied zur koordinierenden Konjunktion “denn” verbinden “weil” oder “da” je einen Hauptsatz mit einem Nebensatz. Satzverbindungen zwischen einem Hauptsatz und einem Nebensatz werden subordinierende Konjunktionen oder Subjunktionen genannt.

Positionen im Satz

Die Konjunktion “denn” steht zwischen zwei Hauptsätzen und nimmt dadurch die Position Null ein. Demnach bleibt die Grundstruktur der Hauptsätze erhalten. Das Subjekt steht auf Position 1, das finite Verb auf Position 2.

Beispielsatz: Frodo schreibt einen Roman, denn er ist Schriftsteller.

Von dieser Grundstellung der deutschen Sprache (S – V ..) kann abgewichen werden. Stehen temporale oder lokale Angaben auf Position 1, steht das Subjekt hinter dem finiten Verb. (Siehe dazu auch den Beitrag zur Inversion)

Beispielsatz:

Frodo schreibt einen Roman, denn seit 20 Jahren ist er Schriftsteller. 

In diesem Beispielsatz steht im 2. Hauptsatz zuerst eine temporale Angabe. Auf Position 2 steht das finite Verb, gefolgt vom Subjekt.

! Achtung: Die Konjunktion “denn” steht nie am Satzanfang.

 

Die Subjunktion “weil” steht zwischen einem Haupt- und einem Nebensatz. Die Grundstruktur des Hauptsatzes bleibt erhalten. Im Nebensatz steht das finite (konjugierte) Verb am Endes des Satzes. Ebenso verhält sich die Subjunktion “da”, wobei diese eher schriftsprachlich verwendet wird und öfter am Satzanfang steht.

Beispielsatz:

Frodo schreibt einen Roman, weil er Schriftsteller ist.

Frodo schreibt einen Roman, da er Schriftsteller ist.

! Die Subjunktion “weil” darf in einem komplexen Satz auch am Satzanfang stehen: Weil Frodo Schriftsteller ist, schreibt er einen Roman.

DaF-Grammatik: Positionen im Satz: Te-Ka-Mo-Lo

Positionen im Satz: Adverbiale Bestimmungen / Angaben

Wo stehen die Angaben im Satz?

Die folgende Übersicht zeigt die unbetonte Grundposition der Angaben in Hauptsätzen. Dabei wird die Reihenfolge der Angaben deutlich: temporal – kausal – modal – lokal, kurz: TeKaMoLo.

Bei dieser Abfolge handelt es sich um eine Orientierung, die zum Erwerb der sprachlichen Strukturen des Deutschen hilfreich sein kann. Vergessen Sie nicht, dass die Positionen auch in unterschiedlicher Anordnung stehen können. Durch Topikalisierung können Satzglieder auch ins Vorfeld verschoben werden. Das Vorfeld ist die Position vor dem konjugierten / finiten Verb.

Satz Positionen der Angaben

Hier geht es zu unserer DaF-Grammatik: DaF-Grammatik

Tempus: Futur II – Über etwas Abgeschlossenes in der Zukunft sprechen

Futur II – Definition

Das Futur II wird mit dem Hilfsverb werden und dem Infinitiv Perfekt (Partizip II + sein/haben) gebildet. Die Form wird verwendet, wenn sich ein Sprecher auf abgeschlossene Handlungen, Ereignisse oder Vorhersagen in der Zukunft beziehen möchte.

Abgeschlossenes Ereignis in der Zukunft: 

David wird sein Masterstudium beendet haben.

Der Zug wird bereits abgefahren sein.

Formen

 Hilfsverb "werden"Partizip II + sein/haben im Infinitiv
ichwerdegemacht haben
duwirstgemacht haben
er, sie, es wirdgemacht haben
wirwerden gemacht haben
ihrwerdetgemacht haben
sie, Siewerden gemacht haben

Formen mit Modalverb

 Hilfsverb "werden"Partizip II + sein/haben im Infinitiv + Modalverb im Infinitiv
ichwerdegemacht haben müssen
duwirstgemacht haben müssen
er, sie, es wirdgemacht haben müssen
wirwerden gemacht haben müssen
ihrwerdetgemacht haben müssen
sie, Siewerden gemacht haben müssen

Tipp: Anstelle des Futur II gebraucht man im Deutschen sehr häufig das Perfekt, um auf abgeschlossene Ereignisse in der Zukunft zu referieren bzw. über abgeschlossene Ereignisse in der Zukunft zu sprechen.

Beispiel: 

Wenn ich meine Masterarbeit abgeschlossen haben werde (Futur II), werde ich ein Auslandsjahr in Brasilien verbringen (Futur I)

Wenn ich meine Masterarbeit abgeschlossen habe (Perfekt), verbringe ich ein Auslandsjahr in Brasilien (Präsens).

[the_ad id=”5317″]

Verben im Präsens: Regelmäßige Verben

Regelmäßige Verben | Schwache Verben

Die meisten Verben in der deutschen Sprache werden schwach konjugiert. Sie werden auch schwache Verben genannt. Jedes Verb besteht aus einem Verbstamm und einer Endung. Das Verb machen besteht zum Beispiel aus dem Verbstamm {mach-} und der Endung {-en}. Die Personalendungen sind -e, -st, -t, -en, -t, -en.

Konjugation: Schwache Verben

 spielenmachen
ichspiel-emach-e
duspiel-stmach-st
er, sie, esspiel-tmach-t
wirspiel-enmach-en
ihrspiel-tmach-t
sie, Siespiel-enmach-en

Verben auf -t/ -d

Bei Verben, deren Stamm auf -t oder -d endet, wird in der 2. und 3. Person Singular und 2. Person Plural ein -e vor der Personalendung eingeschoben.

 arbeitenreden
icharbeit-ered-e
duarbeit-estred-est
er, sie, esarbeit-etred-et
wirarbeit-enred-en
ihrarbeit-etred-et
sie, Siearbeit-enred-en

Verben auf -m / -n

Bei Verben auf -m und -n wird ebenfalls in der 2. und 3. Person Singular und 2. Person Plural ein -e vor der Personalendung eingeschoben.

 atmenöffnen
ichatm-eöffn-e
duatm-estöffn-est
er, sie, esatm-etöffn-et
wiratm-enöffn-en
ihratm-etöffn-et
sie, Sieatm-enöffn-en

Verben auf -s /-ss /-ß /-z

Bei Verben, deren Stamm auf -s, -ss, -ß oder -z auslautet, sind die 2. und 3. Person Singular identisch.

 reisenhassenheißen*reizen
ichreisehasseheißereize
dureisthasstheißtreizt
er, sie, esreisthasstheißtreizt
wirreisenhassenheißenreizen
ihrreisthasstheißtreizt
sie, Siereisenhassenheißenreizen

*Das Verb heißen wird hier als Beispiel der Konjugation im Präsens herangezogen, da dieses Verb bereits sehr früh im Unterricht eingeführt wird. Die Stammformen heißen – hieß – geheißen zeigen jedoch, dass dieses Verb zu den starken Verben gehört.

Verben auf -er / -el

 erinnernlächeln
icherinn(e)r-elächl-e
duerinner-stlächel-st
er, sie, eserinner-tlächel-t
wirerinner-nlächel-n
ihrerinner-tlächel-t
sie, Sieerinner-nlächel-n

Trennbare und nicht-trennbare Verben

Trennbare Verben

Als trennbare Verben bezeichnet man Verben, die aus einer Verbpartikel und einem Verbstamm bestehen.  Trennbare Verben bilden im Hauptsatz eine Satzklammer: David steht morgen um 08:00 Uhr auf.

Zu den trennbaren Verben gehören u. a.:

abfahren, ankommen, aufstehen, ausgehen, einkaufen, fernsehen, feststellen, fortgehen, freihalten, heimgehen, herkommen, hingehen, losfahren, mitkommen, nachsehen, vorlesen, vorbeikommen, wegnehmen, weitermachen, zuhören, zurückbringen, zusammenarbeiten

[the_ad id=”5285″]

Nicht-trennbare Verben

Verben mit den Präfixen be-, emp-, ent-, er-, ge-, hinter-, miss-, ver– und zer– sind nicht trennbar. Man nennt diese Verben auch Präfixverben.

Zu den nicht-trennbaren Verben gehören beispielsweise:

bezahlen, empfehlen, entdecken, erhalten, gebrauchen, misslingen, verstehen, zerstören

Trennbar oder nicht-trennbar?

Verben mit den Präfixen durch-, über-, um-, unter-, wieder– und wider– lassen eine trennbare und eine nicht-trennbare Variante zu. Die Varianten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bedeutung (“Die Polizisten umstellen das Gebäude” (nicht-trennbar) versus “Sie stellt ihr Zimmer um” (trennbar)) und ihrer Betonung. Bei nicht-trennbaren Verben liegt die Betonung bzw. Akzentuierung auf dem Verbstamm, wohingegen die Betonung bei trennbaren Verben auf der Partikel liegt.

Übersicht Trennbare und nicht-trennbare Verben

Sprakukos DaF-/DaZ-Blog | Trennbare und nicht-trennbare Verben
Sprakukos DaF-/DaZ-Blog | Trennbare und nicht-trennbare Verben

Reflexive Verben: Definition und Beispiele

Reflexive Verben – Definition

Bei reflexiven Verben handelt es sich um einen Verbtypen, bei dem das Subjekt und das Objekt auf dieselbe Person oder Sache referieren. Wenn Verben reflexiv gebraucht werden, stehen sie mit einem Reflexivpronomen. Reflexive Verben können zusammen mit Reflexivpronomen im Akkusativ oder Dativ stehen.

Übersicht zu den Reflexivpronomen

 

Reflexive Verben mit Akkusativ

Folgende Verben stehen immer mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ:

sich ausruhen, sich bedanken, sich beschweren, sich entschließen, sich erkälten, sich freuen, sich interessieren, sich verabreden, sich verlieben

Beispielsätze:

Meine Nachbarn beschweren sich immer über unser schreiendes Baby.

Ich interessiere mich für die deutsche Sprache.

Sie hat sich bis über beide Ohren in Luis verliebt. 

[the_ad id=”5285″]

Reflexive Verben mit Dativ  

Folgende Verben stehen immer mit einem Reflexivpronomen im Dativ:

sich etw. ansehen, sich etw. merken, sich etw. vorstellen

Beispielsätze:

Siehst du dir heute das Kunstwerk an?

Der Spion merkt sich die Zahlenkombination der Eingangstür. 

Ich stelle mir ein Haus am Strand vor. 

Sprakukos DaF-/DaZ-Blog | Reflexive Verben
Sprakukos DaF-/DaZ-Blog | Reflexive Verben

Reflexiv gebrauchte Verben / Unechte reflexive Verben

Bitte beachten Sie, dass es eine Reihe von Verben gibt, bei denen das Reflexivpronomen weggelassen und durch eine Akkusativ- oder Dativergänzung ersetzt werden können.

– reflexiv oder mit Akkusativergänzung –

In der folgenden Tabelle sind einige Verben dargeboten, die mit einem Reflexivpronomen im Akkusativ oder einer Akkusativergänzung stehen können. Die reflexive und nicht-reflexive Verwendung werden zu Zwecken der besseren Anschaulichkeit gegenübergestellt.

reflexiver Gebrauchnicht-reflexiver Gebrauch
Ich ärgere mich.Ich ärgere meinen kleinen Bruder.
Ich bewege mich schnell. Ich bewege meinen Fuß.
Ich erinnerte mich an den Termin. Ich erinnerte meinen Kollegen an den Termin.
Der Chef verabschiedet sich. Der Chef verabschiedet einen langjährigen Kollegen.

– reflexiv, nicht-reflexiv mit Akkusativergänzung oder reflexiv mit Dativ- und Akkusativergänzung –

Darüber hinaus gibt es Verben, die reflexiv als auch mit einer Akkusativ- und einer Dativergänzung stehen können.  Darunter fallen zum Beispiel die Verben sich waschen, sich anziehen oder sich ansehen Stehen reflexive Verben mit einer Akkusativergänzung, steht das Reflexivpronomen im Dativ. Auf die möglichen Verwendungsweisen gehen wir in der folgenden Tabelle ein.

reflexiver Gebrauchnicht-reflexiver Gebrauchreflexiver Gebrauch mit Akkusativergänzung
Ich wasche mich.Ich wasche das Baby.Ich wasche mir die Haare.
Sie zieht sich an.Sie zieht ihre Jacke an.Sie zieht sich ihre Jacke an.
Siehst du dich im Spiegel?Siehst du deine Freundin morgen?Siehst du dir einen Film an?

 

 

Übung: Lokale Präpositionen “in”, “an”, “auf”, “nach”, “bei”, “zu”

[the_ad id=”4552″]