Zeitformen (Tempora) im Deutschen – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

Tempora – Die Zeitformen in der deutschen Sprache

Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die deutschen Zeitformen. Die Tabelle beinhaltet alle deutschen Tempusformen im Aktiv. Zu jeder Form finden Sie einen Beispielsatz sowie Erklärungen zur Bildung und zum Gebrauch der Tempusform.

Kurzübersicht – Wann benötige ich welche Zeitform?

  • Plusquamperfekt: Vorvergangenheit / Vorzeitigkeit
  • Präteritum: Vergangenheit (meist im Schriftlichen)
  • Perfekt: Vergangenheit (meist im Mündlichen)
  • Präsens: Gegenwart, Zukunft
  • Futur I: Zukunft, modale Bedeutung: Vermutungen in der Gegenwart (Tiago wird wohl zu Hause sein. = Ich glaube, dass er jetzt zu Hause ist.)
  • Futur II: Zukunft, modale Bedeutung: Vermutungen über etwas Vergangenes ( Tiago wird wohl gegangen sein. = Er ist jetzt nicht mehr im Büro, sondern schon zu Hause.)

Präsens

Präsens Funktion Gebrauch

Man gebraucht das Präsens,

  • um über Ereignisse in der Gegenwart zu sprechen
  • um über Ereignisse in der Zukunft zu sprechen und
  • um über zeitlose Tatsachen / Fakten zu sprechen, die immer wahr sind (generisches Präsens)
  • um über historische Ereignisse zu sprechen (historisches Präsens)

Präteritum

Präteritum Funktion Gebrauch

Man gebraucht das Präteritum, um über Ereignisse in der Vergangenheit zu sprechen.

Es ist die bevorzugte Tempusform in der geschriebenen Sprache. Die Hilfsverben haben, sein und werden sowie die Modalverben werden auch in der gesprochenen Sprache verwendet.

Perfekt

Perfekt Funktion Gebrauch

Man gebraucht das Perfekt,

  • um über Ereignisse in der Vergangenheit zu sprechen
  • um über abgeschlossene Ereignisse in der Vergangenheit zu sprechen, die Auswirkungen auf die Gegenwart haben (Seit wir gestritten haben, sprechen wir kein Wort mehr miteinander.)
  • um über abgeschlossene Ereignisse in der Zukunft zu sprechen (Morgen hat er alle Konzertkarten verkauft.)

Im Gegensatz zum Präteritum ist das Perfekt die bevorzugte Tempusform in der gesprochenen Sprache. Auch in der konzeptionell mündlichen Sprache, wie in Kurznachrichten oder in den sozialen Netzwerken benutzt man das Perfekt.

Plusquamperfekt

Plusquamperfekt Funktion Gebrauch

Das Plusquamperfekt gebraucht man, um über Ereignisse in der Vergangenheit zu sprechen, die vor einem anderen Ereignis passieren. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Vorvergangenheit oder Vorzeitigkeit. Ein Ereignis A geschieht vor einem Ereignis B. Oftmals werden Sätze im Plusquamperfekt mit der temporalen Subjunktion nachdem eingeleitet.

Futur I

Futur I Funktion Gebrauch

Man gebraucht das Futur I,

  • um über Ereignisse in der Zukunft zu sprechen
  • um Vermutungen über Ereignisse in der Gegenwart oder Zukunft zu machen (modale Verwendung)

Futur II

Futur II Funktion Gebrauch

Man gebraucht das Futur II,

  • um über abgeschlossene Ereignisse in der Zukunft zu sprechen
  • um Vermutungen über Ereignisse in der Vergangenheit zu machen (modale Verwendung)

Weitere Informationen zur deutschen Grammatik finden Sie in unserer Online-Grammatik.

liegen oder legen: Was sind die Unterschiede? Welcher Kasus?

liegen oder legen? Unterschiede zwischen liegen und legen

liegen oder legen? Worin liegen die Unterschiede?

Die Verben unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Bedeutungen und der Verbkategorien, denen sie jeweils angehören, sondern sie unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer Valenz (Wie viele Ergänzungen fordert ein Wert?).

Bedeutungen

Die Bedeutung des Verbs liegen ist lokaler Natur und am ehesten als „statische / resultative Ortsbestimmung einer Person oder eines Gegenstandes“ zu bestimmten. Der Ort ist mit „Wo?“ erfragbar. Die lokale Präpositionalangabe steht im Dativ.

Beispiel: Das Buch liegt auf dem Sofa

Die Bedeutung des Verbs legen beinhaltet auch eine lokale Bedeutungseinheit, wenngleich diese nicht statisch/resultativ, sondern „dynamisch“ ist. Das Verb legen bezeichnet eine Aktion, die sich durch eine Bewegung eines Gegenstandes oder einer Person von einem Ort A zu einem anderen Ort B auszeichnet. Der Ort ist mit „Wohin?“ erfragbar. Die lokale Präpositionalangabe steht im Akkusativ.

Beispiel: Frau Müd legt das Buch  auf das Sofa

Verbkategorien

Das Verb liegen ist ein unregelmäßiges Verb (starkes Verb): liegen – lag – hat gelegen

Das Verb legen ist ein regelmäßiges Verb (schwaches Verb) legen – legte – hat gelegt

Valenz / Wertigkeit 

Das Verb liegen ist ein intransitives Verb, das keine weiteren Ergänzungen benötigt. Meistens wird das Verb durch eine lokale Präpositionalangabe im Dativ ergänzt, um einen vollständigen Satz zu bilden.

Bei dem Verb legen handelt es sich um ein transitives Verb, d.h. um ein Verb, das eine weitere Ergänzung fordert. Das Verb legen fordert eine Akkusativergänzung bzw. ein direktes Objekt und wird zudem auch meistens um eine lokale Präpositionalangabe im Akkusativ ergänzt.

Weitere Informationen zu den Wechselpräpositionen finden Sie hier: Grammatik: Wechselpräpositionen.

Verben – Liste zum Deutschlernen mit Beispielsätzen

Wichtige Verben im Deutschen – Alphabetische Verblisten

In diesem Beitrag finden Sie übersichtliche Verblisten zum Deutschlernen.  Jede Liste verfügt über Verben mit Beispielsätzen und farblich hervorgehobene Ergänzungen (Akkusativ- oder Dativergänzungen), Präpositionen, Präfixe sowie Reflexivpronomen. 

Verben mit Akkusativ

Die Verben fordern eine Akkusativergänzung bzw. ein direktes Objekt.

Verben mit Dativ

Verben mit Genitiv

In dieser Liste finden Sie Verben, die eine Genitivergänzung fordern.  Einige Verben benötigen zusätzlich eine Akkusativergänzung.

Verben mit Präpositionen

In dieser Liste finden Sie Verben mit präpositionalem Kasus. Diese Verben müssen Sie mit der zugehörigen Präposition und dem zugehörigen Kasus lernen.

Trennbare Verben

Trennbare Verben

Reflexive Verben

Reflexive und teilreflexive Verben

weitere interessante Beiträge zur deutschen Grammatik finden Sie in Sprakukos DaF- / DaZ-Grammatik: