Filmprojekt in Malta

Im Rahmen meiner Zeit als Sprachassistent an der Universität Malta habe ich ein Filmprojekt mit maltesischen Deutschlernerinnen und Deutschlernern des Junior College durchgeführt. Ihre Aufgabe bestand darin, in Kleingruppen einen Blog zu erstellen, in dem sie einen deutschen Kurzfilm vorstellen sollten. Das Filmprojekt fand im Rahmen eines Konversationskurses mit einer heterogen zusammengesetzten Lernergruppe statt. Dementsprechend bewegte sich das Sprachniveau zwischen B1 und B2.

Warum Kurzfilme?

Sie fragen sich jetzt vielleicht, warum bitte ein Film Bestandteil von Konversationskursen sein soll? Dabei stützen Filme doch in erster Linie das Hörverstehen. Mit dieser Aussage haben Sie nicht ganz unrecht, vor allem dann, wenn der Film zu lange dauert oder ohne Pause(n) abgespielt wird. Kurzfilme können dennoch eine Alternative sein und für eine gewisse Dynamik im Konversationsunterricht sorgen. In meinem Kurs wurden Kurzfilme mit einer Dauer zwischen sechs und zehn Minuten eingesetzt. Vorab wurden diese didaktisiert. Beim Kurzfilm „Schwarzfahrer“ bieten sich etwa viele verschiedene Möglichkeiten der Didaktisierung an.

Wie führe ich Kurzfilme im Unterricht ein?

So kann die Vorentlastung durch ein Brainstorming der Schülerinnen und Schüler erfolgen, die sich etwa über den Inhalt des Filmes Gedanken machen sollen. Dazu kann entweder nur der Titel „Schwarzfahrer“ an die Tafel geschrieben werden oder aber auch zusammen mit einem zusätzlichen Bildausschnitt aus dem Film visualisiert werden. Je nachdem für welchen Bildausschnitt Sie sich entscheiden, können die Assoziationen der Schülerinnen und Schüler auch in unterschiedliche Richtungen gelenkt werden. Im angesprochenen Film „Schwarzfahrer“ wird das Thema Rassismus behandelt und gezeigt, dass es leider Menschen gibt, die ihre Mitmenschen aufgrund ihres Herkunftslandes oder ihrer Hautfarbe diskriminieren.

Unterrichtsideen

Nach der Vorentlastung wird der Film gezeigt. Auch dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen. So kann man den Film an bestimmten, spannenden Stellen anhalten und die Schüler/-innen fragen, wie der Film weitergeht. Auch kann der Film zur Semantisierung gestoppt werden. Nach Passagen, die schwieriges Vokabular enthalten, kann der Film gestoppt und zunächst das Vokabular im Plenum geklärt werden. In meinem Kurs sollte durch das Projekt sichergestellt werden, dass sich die Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Klassenzimmers mit der deutschen Sprache beschäftigen und zu einer kritischen Auseinandersetzung eines sensitiven Themas angeregt werden. Die Filme sollten zunächst inhaltlich bearbeitet werden und mit offenen Aufgabenstellungen (über die eigene Meinung schreiben/ Stellungnahme) abschließen, die im Unterricht mündlich thematisiert wurden. Die Aufgabenstellungen, die für alle Gruppen identisch waren, lauteten wie folgt:

  • Geben Sie den Inhalt des Films wieder!
  • Welche Absicht verfolgt die/der Regisseur/in mit diesem Film?
  • Äußern Sie Ihre eigene Meinung zum Film?

Darüber hinaus sollten in den Gruppen weitere Fragen beantwortet werden, die von den Schüler/-innen eine Stellungnahme zu den jeweiligen Themen abverlangte. Für den Kurzfilm „Schwarzfahrer“ sollten die Lerner/-innen folgende Fragen diskutieren:

  • Wie ist die Situation in ihrem Heimatland? (Thema: Rassismus)
  • Welche Reaktionen hätten die Personen in der Straßenbahn zeigen können? (Stichwort: Zivilcourage)
  • Wie hätten Sie reagiert?

Hier geht es zu den Lernerblogs:

1) „Schwarzfahrer“, Regie: Pepe Danquart

Zum Blog: http://schwarzfahrer2017.blogspot.com.mt/

Link zum Film „Schwarzfahrer“: https://www.youtube.com/watch?v=KZOJV-ecVb4

2) „Wie immer“, Regie: Zubin Sethna

Zum Blog: https://wieimmerblog.wordpress.com/

Link zum Film „Wie immer“: https://www.youtube.com/watch?v=wiuv5hzj5i4

3) „Was wisst ihr denn eigentlich schon davon“, Regie: Nina Mielitz

Zum Blog: http://waswisstihrdenneigentlichschondavon.blogspot.com.mt/

Link zum Film „Was wisst ihr denn eigentlich schon“:

http://waswisstihrdenneigentlichschondavon.blogspot.com.mt/