Wir möchten uns zunächst einen Überblick über einige einflussreiche Modelle zur Worterkennung monolingualer Sprecher verschaffen, da sie teilweise anschließende Modelle aus der Zweisprachigkeitsforschung nachhaltig beeinflussten. Im Anschluss daran widmen wir uns Modellen zur auditiven Worterkennung bei Mehrsprachigen ( BIMOLA-Modell; BLINCS-Modell)

Beginnen möchten wir mit dem interaktiven Aktivationsmodell Trace, das von McClelland und Elman (1986) als Modell zur auditiven Worterkennung bei Monolingualen eingeführt wurde. Nach diesem Modell durchläuft ein akustisches Signal in Form von Spracheinheiten drei Sprachverarbeitungsebenen: eine Merkmals-, eine Phonem- und eine Wortebene (McClelland und Elman 1986). Diese Grundidee hatte ein großen Einfluss auf anschließende Modelle zur Sprachzeption, wie z.B. auf das Bilingual Interactive Model, kurz BIA-Modell (Dijkstra und van Heuven 2002; Dijkstra 2005). Das BIA-Modell ist ein konnektionistisches Modell, dass im Rahmen von Experimenten zur visuellen Worterkennung bilingualer Sprecher entwickelt wurde. Das Modell differenziert zwischen vier Repräsentationsebenen, nämlich den  Formmerkmalen von Buchstaben, Buchtstaben, Wörtern und Sprachetiketten (engl. language tags) (Dijkstra 2005). Allerdings handelt es sich um ein Modell, dass die Verarbeitung geschriebener Sprache zu beschreiben versucht und phonologische als auch semantische Aspekte ausblendet. Da die letzteren zwei Aspekte für unsere Ausarbeitung relevant sind, möchten wir es bei dieser kurzen Beschreibung des BIA-Modells belassen. Gemeinsam ist beiden angeführten Modellen, dass jeweils verschiedene linguistische Repräsentationsebenen bzw. -knoten erfasst werden, mit denen Aktivations- und Inhibitionsprozesse zwischen einzelnen Ebenen dargestellt werden können. Ferner bilden sie die Grundlage für das BIMOLA-Modell.

Beiträge:

  1. Bilingual Interactive Model of Lexical Access (BIMOLA)
  2. Bilingual Language Interaction Network for Comprehension of Speech (BLINCS)