Grammatik: Das Perfekt mit „sein“. Über die Vergangenheit sprechen (2.2)

Das Perfekt ist eine Zeitform des Verbs, mit der wir Aussagen über vergangene Ereignisse, Handlungen oder Zustände machen können. Das Perfekt mit sein wird mit Verben gebildet, die eine Bewegung oder eine Zustandsänderung anzeigen. Eine Bewegung wird beispielsweise durch die Verben gehen, rennen, fahren, fliegen, ankommen, aussteigen etc. angezeigt. Eine Zustandsänderung durch wachsen, werden, einschlafen etc. Im Gegensatz zum Perfekt mit haben, bilden nur wenige Verben das Perfekt mit sein. 

Unseren Beitrag zum Perfekt mit haben, finden Sie hier: Grammatik: Das Perfekt mit “haben”. Über die Vergangenheit sprechen (2.1)

Grammatik: Das Perfekt mit „haben“. Über die Vergangenheit sprechen (2.1)

Wir haben bereits an anderer Stelle das Präteritum eingeführt. Mit dem Präteritum können wir Äußerungen über Ereignisse machen, die in der Vergangenheit liegen. Im Unterschied zum Perfekt, wird das Präteritum aber meist nur in der Schriftsprache verwendet, vor allem in Erzählungen, Romanen oder Berichten. Wenn wir in Alltagsgesprächen über die Vergangenheit sprechen, wird meistens das Perfekt verwendet. Eine Ausnahme bilden die Verben sein, haben und werden, die selten im Perfekt verwendet werden und somit auch in der gesprochenen Sprache im Präteritum genutzt werden. Mein Wochenende könnte ich wie folgt beschreiben:

Am Wochenende war (Präteritum) ich mit meiner Freundin in Heidelberg. Wir haben uns das Heidelberger Schloss angesehen und haben ein Eis gegessen. Danach haben wir Freunde getroffen und haben einen Spaziergang am Philosophenweg gemacht. Von dort oben hatten (Präteritum) wir eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt, das Schloss und den Neckar. Wir hatten (Präteritum) ein sehr schönes Wochenende. 

Wichtig ist, dass man in der gesprochenen Sprache nicht nur eine Zeitform verwendet, wenn man über die Vergangenheit spricht.

Bildung des Perfekts

Das Perfekt wird mit der konjugierten Form der Hilfsverben haben oder sein und dem Partizip II gebildet.

Das Perfekt mit sein werden wir in einem gesonderten Beitrag erklären. Hier geht’s zum Beitrag: Grammatik: Das Perfekt mit “sein”. Über die Vergangenheit sprechen (2.2)

Grammatik: Das Präteritum. Über Ereignisse in der Vergangenheit sprechen.

Im Folgenden möchten wir euch erklären, wie man über Ereignisse spricht, die sich in der Vergangenheit ereignet haben.

Vergleichen Sie dazu die beiden Sätze:

a) Heute ist ein schöner Tag. (= Präsens)

b) Gestern war ein schöner Tag. (= Präteritum)

Wohingegen sich Satz a) auf einen Zeitpunkt in der Gegenwart bezieht, bezieht sich Satz b) auf einen Zeitpunkt in der Vergangenheit. Das Tempus kann am Verb durch unterschiedliche Verbformen angezeigt werden. Oft zeigen Temporalangaben im Satz an, auf welchen Zeitpunkt oder Zeitraum sich eine Äußerung bezieht. In Satz a) zeigt das Adverb heute an, dass über einen gegenwärtigen Zeitpunkt, nämlich über den heutigen Tag, gesprochen wird. In Satz b) verweist (referiert) das Adverb gestern auf einen Tag in der Vergangenheit. Das Verb gehört zu den flektierbaren Wortarten und muss bezüglich seiner Tempuseigenschaften angepasst werden.

In der folgenden Abbildung soll anhand von Signalwörtern nochmals verdeutlicht werden, wann Präsens oder Präteritum verwendet werden muss.

 Verbformen von sein im Präteritum

Verbformen von haben im Präteritum

Übungen

1) Ergänzen Sie die passende Form von sein oder haben im Präteritum!

2) Ergänzen Sie die passende Verbform im Präteritum.